Otto Schily "Merkel braucht internationale Kontakte"


Sollen sich Gerhard Schröder und Angela Merkel das Kanzleramt teilen? Angesichts der zähen Regierungsbildung hat das israelische Modell nun einen prominenten Fürsprecher gefunden.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hält laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eine Aufteilung der Kanzlerschaft zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel für gut vorstellbar. Dem Blatt zufolge sprach er sich dafür aus, dass zunächst Schröder (SPD) zwei weitere Jahre Bundeskanzler bleiben und dann von Merkel (CDU) abgelöst werden solle.

Unter Anspielung darauf, dass in Israel einmal eine Halbzeit-Ablösung im Amt des Regierungschefs praktiziert worden war, sagte Schily: "Diese israelische Lösung ist auch für Deutschland sehr gut vorstellbar. Denn das würde das nötige Vertrauen beider Partner zueinander stärken und eine große Koalition, für deren Zustandekommen ich mich einsetze, für vier Jahre stabilisieren. Beide Seiten wären miteinander im Wort."

Während der Kanzlerschaft Schröders könne sich Angela Merkel als Außenministerin internationale Kontakte aufbauen, die ihr bisher fehlten "und die sie als Bundeskanzlerin dringend bräuchte", so Schily. Er warnte vor einem Kampf um das Kanzleramt. Man solle sich nicht in vermeintliche Anrechte verkrampfen, sondern pragmatisch handeln. Eitelkeiten dürften keine Rolle spielen. Schily billigte den Anspruch der Union, als größte Fraktion den Bundestagspräsidenten zu stellen.

AP AP

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