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Denkmal für Tyrannen Partei MLPD errichtet Statue von Lenin in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen: Die 2,15 Meter hohe Lenin-Statue nach ihrer Enthüllung
Gelsenkirchen: Die 2,15 Meter hohe Lenin-Statue nach ihrer Enthüllung. Die Figur des russischen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) steht ab sofort vor der Parteizentrale der linksextremistischen MLPD.
© Caroline Seidel / DPA
Vor der Zentrale der linksextremistischen Partei MLPD in Gelsenkirchen ist eine Statue von Wladimir Iljitsch Lenin errichtet worden. Eine hochumstrittene Entscheidung, ist doch der Revolutionsführer für eine Welle der Gewalt und des Terrors verantwortlich. 

Nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist in Gelsenkirchen eine Lenin-Statue enthüllt worden. Zu dem Ereignis an einer belebten Kreuzung im Stadtteil Horst versammelten sich am Samstag zahlreiche Lenin-Fans. Da auch zwei Gegendemonstrationen angekündigt wurden, war ein großes Polizeiaufgebot vor Ort. Hinter der Aktion steht die linksextreme Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD).

Der Aufstellung der Statue war eine rechtliche Auseinandersetzung vorausgegangen, weil die Stadt Gelsenkirchen zunächst einen Baustopp gegen das Denkmal verhängt hatte. Sie begründete dies damit, dass die Initiatoren eine denkmalrechtliche Erlaubnis hätten beantragen müssen. Durch die Statue werde das Erscheinungsbild des benachbarten Baudenkmals beeinträchtigt, eines 1930 errichteten früheren Sparkassengebäudes.

Die Stadt scheiterte mit ihrer Argumentation jedoch vor dem Gelsenkirchener Verwaltungsgericht und anschließend auch vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster. Der Denkmalwert des Sparkassengebäudes werde durch die Aufstellung der Statue des russischen Revolutionärs nicht herabgesetzt, befand das OVG im März. 

Ein Tyrann als Vorbild?

Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner sagte der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Enthüllung, es habe etwas "mit der gesellschaftlichen Situation zu tun, dass wir das jetzt machen". Kapitalismuskritik und die Suche nach gesellschaftlichen Alternativen seien derzeit "allgegenwärtig". Ihre Partei kritisiere, "dass es keine offene Diskussion über den Sozialismus als Alternative gibt".

Das Aufstellen der Statue ist hochumstritten: Lenin stehe für Gewalt, Unterdrückung, Terror und schreckliches menschliches Leid, argumentierte die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West in einer Resolution. Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner hält Lenin dagegen laut einer Verlautbarung für einen "weltgeschichtlich bedeutenden Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie für die Massen".

Gelsenkirchen setzt auf Aufklärung

Nachdem sie die Aufstellung nicht verhindern konnte, setzt die Stadt auf Aufklärung: Unter dem Titel #keinplatzfuerlenin startete die Kommune ebenfalls am Samstag ein Online-Videoprojekt. Im benachbarten Schloss Horst zeigt die Stadt außerdem eine Ausstellung über die Geschichte des Kommunismus.

"Dass dieses Denkmal in Gelsenkirchen aufgestellt wird, ist nur schwer zu ertragen. Aber wir müssen nun eben damit umgehen", hatte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) im Vorfeld erklärt. "Es ist wirklich bizarr, nun solch ein Monument blinden Personenkultes in der Stadt zu haben."

ivi AFP DPA

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