Parteien Bisky ist wieder PDS-Vorsitzender


Lothar Bisky ist mit 78,2 Prozent der Stimmen nach zweieinhalbjähriger Pause erneut zum PDS-Vorsitzenden gewählt worden. Unter seiner Führung will sich die Partei nach lähmenden Flügelkämpfen in der Bundespolitik zurückmelden.

Die PDS will heute auf ihrem Sonderparteitag in Berlin mit der Wahl des erweiterten Vorstandes ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Am späten Samstagabend war Lothar Bisky mit 78,2 Prozent der Stimmen nach zweieinhalbjähriger Pause erneut zum PDS-Vorsitzenden gewählt worden. Unter seiner Führung will sich die Partei nach lähmenden Flügelkämpfen in der Bundespolitik zurückmelden und der Reformagenda von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Paroli bieten.

Bisky löst Zimmer ab

Bisky löst Gabi Zimmer ab, der es nicht gelungen war, die zerstrittene Partei zu einen. Der 61-Jährige hatte die Partei schon von 1993 bis 2000 geführt. Bisky, der mit seinem Wahlergebnis zufrieden war, erklärte in einer ersten Reaktion: "Ich bin Vorsitzender der PDS und nicht eines Flügels." Zu Gabi Zimmer sagte Bisky: "Ich bedauere, dass ich Dir nicht ein besseres Haus überlassen hatte." Sie habe viel getan, "dass die Partei am Leben bleibt."

Nach den Querelen der vergangenen Monate hat Bisky für die Wahl des 20-köpfigen Parteivorstandes selbst eine ungewöhnlich umfangreiche Kandidatenliste vorgelegt. Damit will er einen handlungsfähigen Vorstand auf die Beine stellen, der loyal miteinander umgeht und inhaltliche Debatten wieder möglich macht.

Auf der Kandidatenliste Biskys stehen zumeist in der Öffentlichkeit unbekannte Namen. Die führenden Vertreter der Flügel bat er eindringlich, für den Übergangsvorstand von einem Jahr nicht zu kandidieren. Um die 14 Positionen bewerben sich jedoch unabhängig von Biskys Empfehlung 28 Leute.

Enkelmann und Kipping zu Biskys Stellvertreterinnen gewählt

Die Potsdamer Landtagsabgeordnete Dagmar Enkelmann und die Dresdner Landtagsabgeordnete Katja Kipping sind zu Stellvertreterinnen von Parteichef Lothar Bisky gewählt worden. Die PDS hat insgesamt drei Vizes. Die Ämter müssen paritätisch mit Frauen und Männern besetzt werden. Dritter Kandidat ist der Schweriner Umweltminister Wolfgang Methling. Er rief die Partei in seiner Vorstellungsrede eindringlich zur Geschlossenheit auf.

DPA

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