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Plauderrunde in Bochum Steinbrück spendet, Atriumtalk beendet


Der Skandal um die Stadtwerke Bochum hat erste Konsequenzen: SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will sein Salär spenden, die Stadtwerke stellen die Gesprächsreihe nach stern.de-Informationen ein.

Der umstrittene Auftritt von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bei den Bochumer Stadtwerken zieht einige politische Aufräumarbeiten nach sich. Wie SPD-Kreise bestätigten, will Steinbrück das Honorar in Höhe von 25.000 Euro nun doch spenden. Zur Begründung sagte Steinbrück der "Bild", er müsse anerkennen, dass es in der Auseinandersetzung auch "eine andere Wahrnehmung als bei mir" gegeben habe. Er wolle die Angelegenheit gütlich beenden und habe die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) gebeten, ihm drei Adressen sozialer Einrichtungen mitzuteilen, an die er das Geld anteilig überweisen könne.

Wie Thomas Sprenger, Sprecher der Bochumer Oberbürgermeisterin, stern.de mitteilte, beschlossen die Stadtwerke auf ihrer nachmittäglichen Aufsichtsratssitzung, die Gesprächsreihe "Atriumtalk" einzustellen. Manches sei falsch gelaufen und müsse kontrolliert werden, sagte Sprenger. Es würden jedoch keine "voreiligen" Personalentscheidungen getroffen. Sowohl Scholz als auch Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Wilmert (SPD) waren wegen der Luxushonorare in die Kritik geraten. Scholz ist neben ihrem Amt als Oberbürgermeisterin auch Aufsichtsratschefin des kommunalen Energie- und Wasserversorgers.

Steinbrück war im November 2011 zu Gast beim Atriumtalk. Dort plauderte er mit Sportmoderator Werner Hansch über Familie, Fußball und Europa. Über das Honorar in Höhe von 25.000 Euro hieß es zunächst von Seiten der Stadtwerke, es sei als karitative Spende gedacht. Später mussten die Stadtwerke einräumen, dass keine entsprechende Vereinbarung mit Steinbrück getroffen worden war. Das Unternehmen hatte in den vergangenen vier Jahren zahlreiche Gesprächsrunden mit Prominenten veranstaltet. Unter anderen waren Senta Berger, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und Fußballmanager Uli Hoeneß zu Gast.

lk/eli/DPA DPA

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