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Porträt: Bernhard Vogel - Rekordhalter unter den Ministerpräsidenten

Bernhard Vogel

Unter den deutschen Politikern ist er ein Rekordhalter: Thüringens scheidender Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) ist der einzige, der in zwei Ländern regiert hat - und er ist seit einiger Zeit dienstältester Regierungschef. Am Samstag gab der 70-Jährige seinen Rückzug bekannt. Der promovierte Politologe gilt als Diplomat. Er ist - im Gegensatz zu seinem Bruder, dem früheren SPD-Chef Hans-Jochen Vogel - eher abwartend und äußert sich lieber indirekt zu heiklen Fragen.

Die ersten politischen Schritte machte Vogel 1963 im Heidelberger Stadtrat. 1976 wurde er Regierungschef in Rheinland-Pfalz, zwölf Jahre später trat er im Streit um die Trennung von Landesvorsitz und Ministerpräsidentenamt zurück. 1992 folgte Vogel dem glücklosen Josef Duchac als Thüringer Ministerpräsident. Er kam zu einer Zeit, als viele Betriebe in Schwierigkeiten waren. Das Land versuchte - mit mehr oder weniger Erfolg - Firmen zu retten und kann inzwischen auf wirtschaftliche Leuchttürme wie Jena und Eisenach verweisen.

Als Landesvater ist Vogel beliebt. Mit der CDU fuhr er 1999 bei der Landtagswahl 51 Prozent ein. Die Christdemokraten regieren seitdem allein. Die Landtagsopposition aus PDS und SPD wirft der CDU jedoch «Arroganz der Macht» vor. Die Nachfolge hat Vogel schon seit einiger Zeit geregelt: Vor zweieinhalb Jahren übergab er das Zepter des CDU-Landeschefs an Kronprinz Dieter Althaus. Der 44-Jährige folgt Vogel ein Jahr vor der Landtagswahl auch an die Spitze der Landesregierung.

Seine eigene Zukunft hat Vogel schon geplant: Er ist bereits Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Überdies gilt er auch als möglicher Kandidat für das Bundespräsidentenamt.