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Porträts: Die Spitzenkandidaten in Sachsen

"Das Land braucht stabile Verhältnisse", ist das Motto, mit der CDU-Ministerpräsident Georg Milbradt ins Rennen geht. Am Abend des Wahltages steht fest, ob er das Erbe seines Vorgängers Kurt Biedenkopf gut verwaltet hat.

Am 19. September 2004 wird im Bundesland Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Die Spitzenkandidaten der etablierten Parteien im Überblick.

Georg Milbradt (CDU)

Der CDU-Ministerpräsident hat sein Amt seit Mitte der Legislaturperiode inne. Dabei schien seine Karriere anderthalb Jahre zuvor fast beendet, als er als Finanzminister entlassen worden war. Im Streit um die Führung der CDU hatte der damalige Regierungschef Kurt Biedenkopf seinen "Kronprinzen" gefeuert. Biedenkopf musste dann aber 2002 nach Affären und Druck aus den eigenen Reihen vorzeitig seinen Stuhl räumen. Milbradt (59) - seit 1973 in der CDU - brachte sich über die Wahl zum CDU-Landeschef in Position für das Amt des Regierungschefs. Bundesweit bekannt wurde der Westfale spätestens als Krisenmanager der Hochwasserkatastrophe im August 2002.

Peter Porsch (PDS)

Der Chef der PDS-Landtagsfraktion ist derzeit einer der umstrittensten Wahlkämpfer in Sachsen. Porsch (59) ist seit kurzem mit Stasi-Vorwürfen konfrontiert, die er vehement zurückweist. Er zieht dagegen juristisch zu Felde. Gleiches gilt für seine kürzlich ausgesprochene fristlose Entlassung als Hochschullehrer an der Leipziger Universität. Die Schlagzeilen sind eine Bürde im Wahlkampf für die PDS, die sich ostweit im Aufwind sieht. Der gebürtige Österreicher Porsch sitzt seit 1990 im Landtag. Er genoss bei allem politischen Streit bislang über Parteigrenzen hinweg Ansehen. Der Germanist siedelte 1973 in die DDR über, 1982 wurde er SED-Mitglied.

Thomas Jurk (SPD)

Jurk ist erst seit Juni Spitzenkandidat seiner Partei. Bis dahin hatte er nur die Führung der Landtagsfraktion inne, deren Chef er nach dem SPD-Wahldebakel von 1999 geworden war. Kurz nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten wurde der 42-Jährige zudem Parteichef; seine Vorgängerin und Konkurrentin Constanze Krehl hatte nach langem innerparteilichem Führungsstreit das Handtuch geworfen. Der gebürtige Görlitzer Jurk gilt als bodenständig und betont gern seine Arbeiter- Herkunft. Der gelernte Funkmechaniker kam erst in der Wendezeit zur Politik und wurde SPD-Mitglied. Ein Jahr später zog er als deren Abgeordneter in den Landtag ein.

Antje Hermernau (Bündnis90/Die Grünen)

Die 40-Jährige saß bereits in der ersten Legislaturperiode als Abgeordnete im Sächsischen Landtag. Mit ihr wollen die Grünen im dritten Anlauf den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Noch sitzt die gebürtige Leipzigerin im Bundestag als haushaltspolitische Sprecherin. Nachdem die Grünen 1994 nicht mehr in den Landtag kamen, wechselte sie nach Berlin und schaffte drei Mal den Sprung in den Bundestag. Hermenau gehörte 1990 zu den Mitbegründern des Grünen-Landesverbandes in Sachsen.

Holger Zastrow (FDP)

Der jüngste Spitzenkandidat in Sachsen ist erst seit 1993 FDP-Mitglied. Der 35-jährige Zastrow hatte sich zuvor beim Aufbau der Jungliberalen in Dresden engagiert. Nachdem die Liberalen 1999 zum zweiten Mal hintereinander den Wiedereinzug in den Landtag verpasst hatten, wurde der Mitinhaber einer Werbeagentur überraschend zum FDP- Landesvorsitzenden gewählt. Der gebürtige Dresdner machte in der Folgezeit auch mit Kritik an der Bundespartei von sich reden.

DPA / DPA