Privatkassen Beiträge steigen bis zu 25 Prozent


Preisschock im Gesundheitswesen: Bei der privaten Krankenversicherung stehen 2009 Beitragssteigerungen für Neukunden um bis zu 25 Prozent an. Auch Kassenpatienten werden tiefer in die Tasche greifen müssen. Im Durchschnitt würden neue Tarife bei Arbeitnehmern und Selbstständigen etwa 15 Prozent teurer, heißt es.

Die Krankenversicherung wird 2009 für Millionen Menschen teurer. Bei der privaten Krankenversicherung drohen Beitragssteigerungen für Neukunden um bis zu 25 Prozent, erklärte Marktführer Debeka dem "Handelsblatt". Auch Kassenpatienten müssen sich nach Darstellung des Bundesversicherungsamts auf Mehrkosten einrichten.

Die Krankenkassen dringen darauf, angesichts von Zusatzkosten in Milliardenhöhe den neuen Gesundheitsfonds finanziell keinesfalls zu knapp auszustatten. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt müsse ihre Zusage einhalten, die vollen erwarteten Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung 2009 aus dem Fonds zu decken, hieß es aus dem neuen GKV-Spitzenverband. Anderenfalls würden sehr schnell Zusatzbeiträge für viele Versicherte fällig.

Wie stark der Beitragssatz 2009 steigen wird, will bei dem neuen Kassenverband aber offiziell noch niemand schätzen. Der Satz liegt derzeit im Durchschnitt bei 14,85 Prozent. Im Herbst legt ihn die Bundesregierung einheitlich für alle Kassen neu fest. Auch der Chef des Bundesversicherungsamts, Josef Hecken, stimmte die Beitragszahler auf Erhöhungen ein. "Jedem muss klar sein: Es wird nicht billiger als bisher", sagte Hecken der "Welt". Er verwies auf die angestrebte Verbesserung der ärztlichen Vergütung, steigende Arzneimittelkosten und auf Mehrausgaben für Krankenhäuser. Hecken deutete damit an, dass der durchschnittliche Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen nächstes Jahr über die Marke von 15 Prozent steigen wird. Der Chef der Kassen-Aufsichtsbehörde sagte, die Steigerung liege nicht am Fonds. "Diese Diskussion muss man mit und ohne Fonds führen", sagte er.

Auf neue Kunden der Privaten Krankenversicherung könnte nach Darstellung der Debeka ein regelrechter Preisschock zukommen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung erklärte auf AP-Anfrage, man erwarte für Neuversicherte im Durchschnitt einen Aufschlag um bis zu zehn Prozent. Die Entwicklung der mehreren hundert Tarife für jetzige PKV-Kunden lasse sich nicht einheitlich vorhersagen. Debeka-Vorstand Roland Weber prognostizierte im "Handelsblatt" für PKV-Neulinge Prämiensteigerungen um bis zu 25 Prozent. Im Durchschnitt würden neue Tarife ab 2009 bei Arbeitnehmern und Selbstständigen etwa 15 Prozent teurer. Für Beamte rechne die Debeka mit zwei bis acht Prozent höheren Tarifen für Neulinge.

Für Menschen, die bereits jetzt versichert sind, will zumindest die Debeka ihre Beiträge bis Ende 2009 stabil halten. Ursache für den Preisschub bei Neuverträgen ist laut PKV eine Neuerung der Gesundheitsreform 2007. Ab 2009 dürfen Neuversicherte bei einem Anbieterwechsel ihre Altersrückstellungen mitnehmen. Kaum ins Gewicht falle dagegen der neue PKV-Basistarif, der vergleichbare Leistungen wie die gesetzliche Krankenversicherung bietet. Der Basistarif mache sich rechnerisch für alle Kunden mit einem Prämienaufschlag von 1,2 Prozent bemerkbar, sagte Weber der Zeitung.

AP AP

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