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Protest gegen Castor: Charlotte Roche unterstützt das "Schottern"

Das "Schottern" ist die umstrittenste Form des Protestes gegen den Castortransport. Auch Promis zeigen Sympathie für die illegalen Aktionen - und geraten ins Visier der Staatsanwaltschaft.

Buchautorin Charlotte Roche unterstützt die umstrittene Kampagne "Castor schottern", die zum massenhaften Entfernen von Steinen aus dem Gleisbett aufruft. "Ich habe den Aufruf unterschrieben", sagte sie am Samstag in Dannenberg der Deutschen Presse-Agentur (DPA). "Ich bin gegen Gewalt gegen Polizisten, aber absolut für Sachbeschädigung im Dienste der guten Sache", sagte sie. "Ich hoffe, dass viele Leute am Montag nicht zur Arbeit gehen und den Zug stoppen", wünschte sich Roche am Rande der größten Anti-Atom-Demonstration, die die Region je gesehen hat.

Schottern findet auch der ebenfalls ins Wendland gekommene "Ärzte"-Sänger Bela B. gut. "Ich finde, Schottern ist eine legitime Aktion. Schotter kann man nachkippen, aber Schäden durch Atomstrahlung sind schwerer zu beheben", sagte der Musiker. "Es gibt in diesem Land nur noch eine Minderheit, die Atomstrom will."

Den Promis droht jetzt Ärger. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte angekündigt, gegen alle Unterzeichner des Aufrufs Ermittlungsverfahren einzuleiten. Mit der Aktion soll ein Befahren der für den Personenverkehr gesperrten Bahnstrecke im Wendland verhindert und der Castor-Zug aufgehalten werden.

DPA/ben / DPA