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REAKTION: Schröder: Stoiber ist kein Angstgegner

Bundeskanzler Schröder reagiert gelassen auf die Nomierung Edmund Stoibers zum Kanzlerkandidaten der Union, erwartet jedoch harte Auseinandersetzungen im Wahlkampf.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht in dem Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber, keinen Angstgegner. Der bayerische Ministerpräsident gehöre zum Spitzenpersonal der Kohl-Ära, »und genau dorthin will er zurück«, sagte der SPD-Vorsitzende in einem Interview des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel«. Er wertete die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur als eine »inhaltliche wie personelle Übernahme der CDU durch die CSU«.

Harter Wahlkampf erwartet

Schröder erwartet schwere Auseinandersetzungen im Wahlkampf. »Ein Kandidat Stoiber wird polarisieren«, sagte Schröder. Der bayerische Ministerpräsident stehe für die »Radikalisierung der demokratischen Rechten und gibt damit die politische Mitte preis«.

Unfreundliche Übernahme

Bei der Nominierung Stoibers handele es sich um eine unfreundliche Übernahme der CDU durch die CSU, so der Bundeskanzler weiter. »Die CDU ist auf dem besten Weg, nicht nur eine Parteivorsitzende preiszugeben, sondern auch ein Stück ihrer Identität aufzugeben.«

Rot-Grün soll fortgesetzt werden

Schröder bekräftigte die Absicht, nach der Bundestagswahl am 22. September die rot-grüne Koalition weiter führen zu wollen. »Wenn es möglich ist, werden wir das fortsetzen.« Es sei aber wichtig, dass die SPD auch andere potenzielle Partner wie die FDP habe. Ein Zusammengehen mit der PDS auf Bundesebene schloss der Kanzler erneut ausdrücklich aus.