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Rechte Terrorgruppe NSU Haftbefehl gegen Holger G. erlassen


Im Zuge der Ermittlungen zu einer Serie von Morden an ausländischen Kleinunternehmern und einer Polizistin ist am Montag Haftbefehl gegen einen weiteren Tatverdächtigen erlassen worden.

Nach der mutmaßlich von Neonazis begangenen Mordserie hat der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen einen weiteren Verdächtigen erlassen. Es gebe den dringenden Verdacht gegen den in der Nähe von Hannover festgenommenen Holger G., seit 2007 die terroristische Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) unterstützt zu haben, erklärte die Generalbundesanwaltschaft am Montagabend. Der 37-Jährige stehe seit Ende der 90er Jahre mit den übrigen Mitgliedern in Kontakt und soll ihnen Führerschein und Reisepass überlassen haben, damit sie verborgen agieren konnten. Nach Darstellung seines Anwalts betrachtet sich Holger G. als Aussteiger aus der rechtsextremen Szene. Die Taten habe er zu keinem Zeitpunkt unterstützt oder von ihnen Kenntnis gehabt, sagte Stefan Hachmeister.

Die NSU soll mindestens zehn Morde an Deutsch-Türken, einem Griechen und einer Heilbronner Polizistin begangen haben. Der offenbar rechtsextremistische Hintergrund der Mordserie zwischen 2000 und 2007 war den Ermittlern nicht aufgefallen und kam erst ans Licht, als Anfang November zwei Mitglieder der Zelle in einem Wohnmobil in Eisenach Selbstmord begingen und später in ihrer Zwickauer Wohnung die Tatwaffen entdeckt wurden. Gegen eine mutmaßliche Komplizin hatte der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof am Sonntag ebenfalls Haftbefehl erlassen.

Die Generalbundesanwaltschaft erklärte, es bestünden zureichende tatsächliche Anhaltspunkte, dass die NSU auch hinter einem Sprengstoffanschlag von 2004 in Köln stecke. Dabei wurden 22 Menschen verletzt.

Reuters/AFP Reuters

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