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Rennen ums Hamburger Rathaus Der Countdown läuft


In Hamburg ist der Startschuss für das Superwahljahr gefallen: Bisher gaben rund 43 Prozent der 1,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das sind etwas weniger als bei der Abstimmung vor drei Jahren.

Nach dem vorzeitigen Aus für die schwarz-grüne Regierung wählen die Hamburger an diesem Sonntag ihre Bürgerschaft neu. Die Wahlbeteiligung lag am frühen Nachmittag bei 43,2 Prozent und damit etwas niedriger als bei der Wahl vor drei Jahren. Den letzten Umfragen zufolge steht der bislang regierenden CDU unter Bürgermeister Christoph Ahlhaus eine schwere Schlappe bevor, während die SPD mit Olaf Scholz mit einem klaren Wahlsieg rechnen kann. Rund 1,26 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, drei Monate nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition in der Hansestadt ein neues Landesparlament zu bestimmen. Bei den Wahlen im Jahr 2008 hatten insgesamt 63,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Um 14 Uhr hatte damals die Beteiligung bei 44,4 Prozent gelegen, gut einen Punkt höher als bei der diesjährigen Wahl.

Scholz: "Ich bin sehr optimistisch"

In Umfragen lag die SPD zuletzt bei 45 Prozent, während die CDU mit etwa 23 Prozent nur auf einen rund halb so großen Stimmenanteil kam. Die Grünen (GAL) erhielten etwa 14 Prozent. Um den Einzug in die Bürgerschaft bangen müssen FDP und Linkspartei. Beide Partei kamen in Umfragen auf Werte um die fünf Prozent und könnten den Sprung in das Landesparlament verpassen. SPD und Grüne kündigten an, eine rot-grüne Koalitionsregierung anzustreben. Sollten Linkspartei und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, wäre auch eine absolute Mehrheit für die Sozialdemokraten denkbar. Bei der Bürgerschaftswahl 2008 kam die CDU auf 42,6 Prozent, die SPD erzielte 34,1 Prozent. Die Grünen erhielten 9,6 Prozent, die Linken 6,4 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Nach der Wahl bildeten CDU und GAL die erste schwarz-grüne Koalition in einem Bundesland.

Mit der vorgezogenen Bürgerschaftswahl fällt der Startschuss für ein Superwahljahr mit sieben Landtagswahlen. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Wegen des komplizierten Hamburger Wahlsystems wird erst gegen 20 Uhr mit einem vorläufigen Ergebnis gerechnet. Die Bürger erhalten insgesamt vier Stimmzettel, zwei für die Landtags- und zwei für die gleichzeitig stattfindende Wahl zu den Bezirksversammlungen. Insgesamt 20 Kreuzchen sind zu setzen.

Der Bruch der schwarz-grünen Koalition im Herbst 2010 hatte die vorgezogene Wahl in Hamburg erforderlich gemacht. Meinungsforscher rechnen mit einer SPD-Mehrheit in der Hansestadt. Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Olaf Scholz, zeigte sich zuversichtlich: "Ich bin sehr optimistisch", sagte der 52-Jährige nach dem Verlassen des Wahllokals. Auch Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) war bei seiner Stimmabgabe gut gelaunt, obwohl seiner Partei das schlechteste Ergebnis seit Kriegsende droht.

fo/Reuters/DPA/AFP DPA Reuters

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