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Reise zu Assad-treuem Großmufti AfD-Abgeordnete feiern ihr Treffen mit syrischem Terrorwerber – und ernten scharfe Kritik

AfD-Politiker treffen Großmufti Ahmed Hassun
Im syrischen Damaskus haben AfD-Politiker unter anderem Großmufti Ahmed Hassun getroffen
© SANA / AFP
Ihre Reise soll ein Zeichen setzen: Eine Gruppe von AfD-Politikern besucht Damaskus. Wenn es nach dem Wunsch der Partei geht, sollen bald auch in Deutschland lebende syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren.

Die AfD beharrt darauf, dass in Deutschland lebende syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren sollen. Mit einer Reise nach Damaskus hat eine Gruppe von Abgeordneten ihrer Forderung nun Nachdruck verliehen. In der syrischen Hauptstadt trafen die Politiker auch auf hochrangige Assad-Anhänger.

AfD-Politiker treffen regimetreuen Großmufti

Die Abgeordneten veröffentlichten in sozialen Netzwerken Fotos, die sie unter anderem bei einem Treffen mit dem syrischen Großmufti Ahmed Hassun zeigen. Wie aus Parteikreisen verlautete, hatten die Landtags- und Bundestagsabgeordneten die Parteispitze vorab über ihre Reiseabsichten unterrichtet.

Ihr Gesprächspartner, der regimetreue Großmufti, hatte 2011 gedroht, sein Land werde im Falle einer westlichen Intervention Selbstmordattentäter nach Europa und Amerika schicken. 

An der Reise nahmen den Angaben zufolge unter anderem die Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann (Sachsen-Anhalt), Jürgen Pohl (Thüringen), Udo Hemmelgarn und Harald Weyel (NRW) sowie Landtagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen teil.

Das Treffen der Politiker mit Großmufti Ahmed Hassun rief parteiübergreifend scharfe Kritik hervor, unter anderem von Konstantin von Notz, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, der attestierte, die AfD-Abgeordneten und "Assad-Fanboys irrlichtern durch Syrien".

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß kommentiere den Bericht über den Syrientrip mit den Worten "Zeig mir Deine Freunde, und ich sag Dir wer Du bist. AfD-Luxus-Reise zu Assads Schergen".

Die AfD hatte im November im Bundestag gefordert, die Bundesregierung solle mit der syrischen Führung Verhandlungen über eine Rückkehr der Flüchtlinge aufnehmen. Abgeordnete anderer Parteien hatten den Rechtspopulisten daraufhin "Zynismus und Heuchelei" vorgeworfen. Die Mehrheit der nach Deutschland geflüchteten Syrer gehört zu den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad. 

fri/wue DPA

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