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Schweinegrippe: Kabinett macht Weg für Massenimpfung frei

Die Schweinegrippe-Impfung kann kommen: Das Bundeskabinett hat mit einer Verordnung die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Im Herbst soll die Massenimpfung starten. Bestimmte Gruppen sollen dabei bevorzugt werden.

Die Bundesregierung hat die Weichen für die bevorstehende Massenimpfung gegen die Schweinegrippe gestellt. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch eine Verordnung, nach der alle gesetzlich Krankenversicherten einen Anspruch auf eine kostenlose Impfung erhalten. Vorrangig versorgt werden sollen aber zunächst Angehörige von Risikogruppen wie Menschen mit Asthma, Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen, Fettleibigkeit oder HIV. Auch Schwangere sowie Beschäftigte von Gesundheits- und Sicherheitsdiensten sollen bevorzugt immunisiert werden.

Für die erste Impfwelle haben die Länder 50 Millionen Dosen beim Hersteller GlaxoSmithKline bestellt, von denen die ersten Ende September zur Verfügung stehen sollen. Da für den vollen Impfschutz zwei Spritzen notwendig sind, reicht die Bestellung für 25 Millionen Bürger. Die Kosten pro Doppel-Spritze betragen nach Schätzungen der Regierung 28 Euro, wenn die Impfungen in den Gesundheitsämtern stattfinden. Die Gesamtkosten für die Immunisierung der ersten 30 Prozent der Bevölkerung veranschlagt die Regierung auf rund 600 Millionen Euro. Die Kassen gehen von höheren Summen aus.

Impfstoff für 80 Prozent der Bevölkerung

Als Grundlage für die Verordnung hatte sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vergangene Woche mit den Kassen verständigt, dass diese die Kosten für die Impfung von bis zu 50 Prozent der Versicherten übernehmen, ohne deswegen Zusatzbeiträge zu erheben. Wollen sich mehr Bürger in Deutschland impfen lassen, sollen Bund und Länder die zusätzlichen Kosten tragen. Über die konkrete Aufteilung verhandelt das Kanzleramt zurzeit noch mit den Ländern. Nach Regierungsangaben soll es in den nächsten Tagen eine Einigung geben.

Insgesamt will Deutschland für 80 Prozent der Bevölkerung und somit für 65 Millionen Menschen Impfstoffvorräte anlegen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters