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Gesetzliche Hürden: So regelt Deutschland den Waffenbesitz - und so regeln ihn die USA

In Deutschland gelten strenge Auflagen für diejenigen, die eine Waffe besitzen und mit sich führen wollen. Das wird besonders deutlich im Vergleich mit den Regelungen in den USA. Ein Überblick.

So regelt Deutschland den Waffenbesitz - und so die USA

Ein Revolver liegt auf einem Antrag für die Ausstellung eines Waffenscheines

DPA

Am 14. Februar 2018 hat ein 19-Jähriger in einer Schule in Parkland 17 Menschen erschossen. Das Schulmassaker in Florida hat weltweit für Bestürzung gesorgt und erneut eine Debatte für schärfere Waffengesetze in den USA entfacht.

Am 13. Februar, also kurz vor dem Jahrestag der Schüsse, will das Repräsentantenhaus immerhin über ein Gesetz entscheiden, das strengere Überprüfungen von Waffenkäufern vorschreibt. Es ist unwahrscheinlich, dass es das Gesetz durch den republikanisch dominierten Senat schafft. Das liegt nicht zuletzt an der starken Waffenlobby in den USA.

Warum werden die Waffengesetze in den USA überhaupt als zu lax empfunden? Kurz: Fast jeder Amerikaner kann sich eine Schusswaffe kaufen und das innerhalb kürzester Zeit. Das wird besonders im Vergleich mit den strengen Auflagen in Deutschland deutlich. Die Regelungen sind sehr komplex. Eine vereinfachte Übersicht:  

So regelt Deutschland den Waffenbesitz

Wer in Deutschland eine Waffe besitzen und/oder mit sich führen möchte, muss einige Kriterien erfüllen und Befugnisse erhalten. Diese werden im Waffengesetz (WaffG) geregelt, das im Grunde genommen zwischen dem Besitz einer Waffe und der Führung einer Waffe auch außerhalb der eigenen vier Wände unterscheidet. 

Benötigt wird in jedem Fall eine Waffenbesitzkarte, der Kleine Waffenschein oder der (Große) Waffenschein. Zum Erwerb müssen im Allgemeinen fünf Voraussetzungen erfüllt beziehungsweise nachgewiesen werden:

  1. Die Voraussetzungen für eine Erlaubnis (§ 4 WaffG): Volljährigkeit (18 Jahre), eine Versicherung gegen Haftpflicht in Höhe von 1 Million Euro sowie alle unten genannten Punkte.
  2. Die waffenrechtliche Zuverlässigkeit (§ 5 WaffG): Keine Erkenntnisse darüber, die auf Unzuverlässigkeit im Waffenumgang schließen lassen - etwa, dass der Antragsteller vorsätzlich Straftaten begangen hat. 
  3. Die persönliche Eignung (§ 6 WaffG): Es darf etwa keine Alkohol- oder Drogensucht vorliegen.
  4. Die erforderliche Sachkunde (§ 7 WaffG): Wissensnachweis durch das Ablegen einer Prüfung in einer autorisierten Einrichtung oder im Rahmen einer Ausbildung - etwa der Jägerprüfung.
  5. Das Bedürfnis (§ 8 WaffG): Etwa aus wirtschaftlichem Interesse (zum Beispiel, weil der Antragsteller Jäger, Sportschütze oder Bewachungsunternehmer ist) oder bei Gefährdung der eigenen Person.

Je nach gewünschter Befugnis werden die Auflagen strenger. Es werden etwa psychologische Gutachten eingefordert, regelmäßig Kontrollen durchgeführt - und selbst mit der Erlaubnis, eine Waffe in der Öffentlichkeit führen zu dürfen, gelten weiterhin Einschränkungen beim Tragen. Etwa bei Veranstaltungen und Festen.   

Pflicht ist darüber hinaus die sichere Aufbewahrung einer Waffe. Wer gegen die Aufbewahrungspflicht verstößt - weil er die Waffen so aufbewahrt hat, dass sie von anderen entwendet oder missbraucht werden können - riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Wer seine Waffen in den eigenen vier Wänden aufbewahrt, bekommt unangekündigte Kontrollbesuche.

Nur Schreckschuss-, Reizgas- und Signalwaffen darf in Deutschland jeder besitzen, der volljährig (also 18 Jahre alt) ist. Mit Betonung auf: besitzen. Denn um eine dieser drei Waffen in der Öffentlichkeit mit sich führen zu dürfen, wird wiederum der Kleine Waffenschein benötigt. 

So regeln die USA den Waffenbesitz

Auch in den USA unterscheiden sich die Regelungen, etwa beim Mindestalter, besonders zwischen den Bundesstaaten. Bürgern in Virginia ist sogar erlaubt, die Waffen untereinander zu verkaufen - ohne Background Check und ohne Papiere. In New York wurden zum Teil ganze Waffentypen verboten.

Allerdings sind zwei Faktoren die Regel, wie die "New York Times" in einer Länderübersicht zum Waffenkauf fest hält.

  1. Ein Background Check. Dabei weist sich der Antragsteller aus und füllt ein Formular mit persönlichen Angaben aus. Dieses wird vom Verkäufer an das FBI vermittelt, wo die Angaben wiederum mit einer Datenbank abgeglichen werden. Dieser Prozess kann wenige Minuten dauern. Gibt es keine Auffälligkeiten - etwa eine Drogenabhängigkeit oder Straftaten - steht dem Kauf einer Waffe eigentlich nichts mehr im Weg. 
  2. Die Bezahlung der Waffe.

Das war's.

Quellen: "New York Times", "Süddeutsche Zeitung", WDR, Waffengesetz, Arag Versicherung, CNN, Mit Material der Nachrichtenagentur DPA

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fs/tkr
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.