SPD-Kritik Koch attackiert Beck


Die Kritik des SPD-Chefs Kurt Beck am G8-Gipfel geht für ihn nach hinten los: Sie sei nichts weiter als ein Ausdruck der Hilflosigkeit, spöttelt Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Und warnt bereits davor, die große Koalition in Frage zu stellen.

Angesichts des Streits zwischen SPD und Union hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vor einem Ende der großen Koalition gewarnt. In einem Interview der Zeitung "Die Welt" verteidigte Koch die Arbeit der Bundesregierung und sprach sich für eine Fortsetzung des schwarz-roten Bündnisses aus. "CDU und SPD dürfen die Koalition im Moment nicht zur Disposition stellen. Die Ergebnisse der Regierung können sich bei aller Reduziertheit auf kleine Schritte durchaus sehen lassen", sagte Koch.

Zugleich wies der hessische Ministerpräsident den von SPD-Chef Kurt Beck geäußerten Vorwurf zurück, die Union sei ein Hort des Neoliberalismus'. Mit dem Verstoß versuche Beck lediglich, die Truppen in seiner Partei beisammenzuhalten. "Derzeit verlassen junge SPD-Funktionäre die Partei in Richtung Linkspartei. Es rächt sich immer mehr, dass die SPD nicht klar genug die Grenzen nach links gezogen hat", sagte Koch.

Nach den Attacken der SPD warnte Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) zudem vor einem Dauerwahlkampf. "Das letzte, was wir jetzt brauchen ist ein zweijähriger Dauerwahlkampf", sagte Bosbach der "Passauer Neuen Presse". Vor dem Hintergrund der Kritik von Beck sprach Bosbach ebenfalls von zunehmender Nervosität bei den Sozialdemokraten. "Wenn die SPD jetzt die soziale Karte spielt, hilft sie vor allem der Linkspartei. Die alten Lieder kann die Linkspartei besser singen", sagte Bosbach.

Reuters Reuters

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