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Mitgliederentscheid zur GroKo: Das späte "Ja" der SPD - so missglückte die offizielle Verkündung des GroKo-Votums

Die SPD-Basis hat hat für den Eintritt in die GroKo gestimmt. Die Art und Weise, wie das klare "Ja" der Mitglieder verkündet wurde, sorgte allerdings für Beschwerden und Belustigung.

Kaum einem Termin wurde seit der Bundestagswahl und dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen mehr entgegen gezittert als diesem: Pünktlich um 9 Uhr wollten die Sozialdemokraten das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids zur Großen Koalition verkünden. Kommt die GroKo - oder kippt sie auf den letzten Metern?

Es beginnt damit, dass die SPD-Spitze die versammelten Journalisten eine knappe Dreiviertelstunde warten lässt. Erst gegen gegen 9.42 Uhr ist es schließlich soweit: Bundesschatzmeister Dietmar Nietan macht das klare "Ja" der rund 463.000 Mitglieder offiziell. Bloß: Eine Neuigkeit ist die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr.

Kommt die GroKo? "Offenbar", aber?

Bereits gegen 9 Uhr meldet das ZDF, dass sich die SPD-Basis mehrheitlich für ein "Ja" ausgesprochen habe. Das Podium im Willy Brandt Haus, auf dem Bundesschatzmeister Nietan und der kommissarische SPD-Chef Olaf Scholz dieses Ergebnis später verkünden werden, ist noch leer. Nicht einmal alle Medienvertreter haben bisher ihre Plätze eingenommen. Der Andrang war offenbar größer als gedacht, die Verlautbarung des Resultats lässt auf sich warten. 

Doch die Meldung ist im Umlauf. Obwohl die Geheimhaltung groß war: Die rund 120 Helferinnen und Helfer, die seit Samstagnachmittag in der Berliner Parteizentrale die Stimmzettel ausgezählt hatten, mussten extra ihre Handys abgeben. Zu groß schien der SPD-Führung die Sorge, dass die Entscheidung noch vor der Verkündung durchgestochen wird.

Erste Medien springen auf die Meldung des ZDF auf. Sie berichten unter Berufung auf den Sender, dass die Sozialdemokraten einer GroKo "offenbar" zustimmen. Leser und Journalisten sind verwirrt: Was denn nun?

Es folgen weitere Medienberichte. Die Aufregung ist groß - offiziell ist zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts. 

Die Informationen sind dünn, das Warten auf das offizielle "Go" zur GroKo dauert an.

Längst vermengt sich die Verwirrung und Aufregung um das Votum mit Beschwerden und Belustigung über die Kommunikation der Sozialdemokraten.

Das verspätete "Ja" der SPD zur GroKo

Es sind noch wenige Minuten bis zur offiziellen Verkündung des Ergebnisses. Die Anzeichen für eine Zustimmung zur GroKo mehren sich. Nun berichten auch Medien, die sich zuvor zurückgehalten haben - sie nennen als Quellen "eigene Informationen" und "Kreise". Im Klartext: SPD-Informanten haben das Ergebnis inoffiziell durchsickern lassen. Das "Ja" zur Neuauflage der Großen Koalition ist längst fix. Nur die SPD lässt - offiziell - noch auf sich warten. 

Ein "Treppenwitz", heißt es in den Kommentarspalten auf Twitter. Der mit der Verkündung des Ergebnisses durch SPD-Bundesschatzmeister Dietmar Nietan noch um eine Absurdität reicher wird - blendete der TV-Sender Phoenix, der live von der Konferenz berichtete, das mutmaßliche Ergebnis doch bereits vorher ein. 


Die SPD hat bei ihrem Mitgliederentscheid mit 66,02 Prozent für eine neue Koalition von Union und SPD gestimmt. Es ist ein klares "Ja" - und das ist durchaus bemerkenswert angesichts des starken "#NoGroKo"-Protests aus den eigenen Reihen. Jedoch: Die Art und Weise, wie das Ergebnis an die Öffentlichkeit gelangt ist, hat die eigentliche positive Signalwirkung beinahe wieder verpuffen lassen.

t.

fs