stern Reaktionen auf die Hessen-Umfrage


Miserable Umfragewerte für Ypsilanti: Nach einer stern-Umfrage sind 68 Prozent der Hessen gegen ihren Kurs, sich mit Hilfe der Linkspartei wählen zu lassen. Wie bewerten Politiker die Lage in Hessen?

Die Mehrheit der hessischen Bevölkerung lehnt den Kurs der hessischen SPD ab. Nach einer gemeinsamen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag des stern und der Frankfurter Rundschau sind 68 Prozent der Hessen dagegen, dass SPD-Chefin Andrea Ypsilanti sich mit Hilfe der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lässt.

Auch führende hessische Politiker rieten Ypsilanti von ihrem Vorhaben ab. Die Hessen-CDU forderte Ypsilanti auf, ihren Plan fallenzulassen. Sie könne nicht ignorieren, dass sie die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gegen sich habe, erklärte CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg in Wiesbaden. FDP-Chef Jörg- Uwe Hahn sprach sich für Neuwahlen noch im Herbst aus.

Hessens SPD- Generalsekretär Norbert Schmitt sagte dagegen, neue politische Wege verlangten Geduld. "Mit altbekannten Standards und Formationen kommt man nicht weiter", so der Sozialdemokrat in einer Pressemitteilung der hessischen SPD. Schmitt verwies darauf, dass Meinungsumfragen nur Momentaufnahmen seien. "Im Sommer letzten Jahres hatte uns Forsa weit abgeschlagen bei 27 Prozent gesehen". Das spätere Wahlergebnis von 36,7 Prozent für die SPD habe "diese Prognose Lügen" gestraft, so Schmitt weiter.

"Rechne mit Ohrfeige"

Auch Wolfgang Clement meldet sich einmal mehr zu Wort. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister warnte erneut vor einer Zusammenarbeit mit der Linken. Kein überzeugter Sozialdemokrat dürfe die Steigbügel halten wollen, "wenn Oskar Lafontaine versucht, das Land durcheinander zu bringen", sagte Clement dem "Rheinischen Merkur".

Eine deutliche Niederlage der SPD bei der Bundestagswahl im September 2009 sagt der frühere Fraktionsvorsitzende und Außenpolitik-Experte Hans-Ulrich Klose voraus. "Ich rechne damit, dass wir 2009 eine ordentliche Ohrfeige bekommen", so der Bundestagsabgeordnete in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung".

TRI, DPA DPA

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