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stern-RTL-Wahltrend: SPD dümpelt im Umfragetief - Union könnte 40 Prozent holen

Seine Kanzlerkandidatur sollte der Partei Auftrieb geben. Doch wenige Tage vor der offiziellen Kür von Peer Steinbrück schwächelt die SPD vor sich hin. Die Union darf dagegen auf "Rückkehrer" hoffen.

Kurz vor ihrem Sonderparteitag zur Wahl ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück liegt die SPD in der Gunst der Wähler weiter deutlich hinter der Union. Im wöchentlichen stern-RTL-Wahltrend erreicht sie zum sechsten Mal in Folge nur 26 Prozent. Das sind zwar 3 Punkte mehr, als sie bei der Wahl 2009 erhielt, ist aber weit von der Zustimmung entfernt, die sie unter ihren Kanzlern Brandt, Schmidt und Schröder erfuhr. Die Union kommt wie in der Vorwoche auf 37 Prozent. Unverändert bleiben auch die Werte für die Grünen (16 Prozent), die FDP (4 Prozent) und die Piraten (4 Prozent). Die Linke fällt um 1 Punkt auf 7 Prozent. Anderen Parteien wollen 6 Prozent der Wähler ihre Stimme geben (+1).

SPD und Grüne haben mit zusammen 42 Prozent weiter einen hauchdünnen 1 Punkt-Vorsprung vor Union und FDP (gemeinsam 41 Prozent).

Union könnte 40 Prozent erreichen

Das von dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer angestrebte Unions-Wahlziel von 40 Prozent ist in den Augen von Forsa-Chef Manfred Güllner durchaus realistisch. Dem stern sagte er, die Union sei bei der letzten Wahl 2009 auf 33,8 Prozent gefallen, weil viele ihrer Wähler die FDP stark machen wollten.

"Wenn nur die Hälfte von ihnen zur Union zurückkehrt, sind 40 Prozent drin“, erklärte Güllner. Dass die CDU hin und wieder als "Kanzlerwahlverein“ tituliert wird, sieht der Forsa-Chef nicht negativ. Den Begriff habe es schon zu Adenauers Zeiten gegeben. Güllner: "Aber er ist kein Makel. Wenn man einen beliebten Kanzler hat, ist das doch in Ordnung.“

Datenbasis: 2504 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 26. bis 30. November 2012, statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. Institut: Forsa, Berlin

Matthias Weber / print