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Streit um "Hassprediger": Grünen-Politiker Beck klagt gegen Meisner

Grünen-Politiker Beck will Erzbischof Kardinal Joachim Meisner nicht mehr "Hassprediger" nennen. Aber gegen eine Einstweilige Verfügung, die ihm genau dies untersagt, hat er dennoch Klage eingereicht.

Neue Etappe im Streit zwischen Grünen-Politikern und katholischen Bischöfen: Der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck wehrt sich vor Gericht dagegen, dass er Erzbischof Kardinal Joachim Meisner nicht mehr als "selbstgerechten Hassprediger" kritisieren darf. Mit einer Klage gegen Meisner vor dem Landgericht Berlin reagiert Beck gegen eine vom Erzbistum Köln erwirkte Einstweilige Verfügung, wie der Grünen- Politiker am Montag in Berlin mitteilte. Es bleibe aber dabei, dass er die strittige Kritik nicht mehr äußern wolle, versicherte Beck. Doch es handele sich um eine "Frage der Meinungsfreiheit".

Meisner habe in einer Predigt am 7. Oktober unter anderem gesagt: "Alle so genannten alternativen Modelle des menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde." Eine Abtreibung mache eine Frau älter als ein halbes Dutzend Geburten.

Diese Äußerungen diskriminierten Frauen, die abgetrieben haben, wiederverheiratete Geschiedene, nichteheliche Lebensgefährten und Homosexuelle, sagte Beck. "Es kann nicht sein, dass Äußerungen eines Kardinals gegenüber scharfer öffentlicher Kritik sakrosankt sind, wenn er ganze Gruppen von Menschen in seinen Predigten angreift."

Das Landgericht Köln war der Auffassung des Erzbistums gefolgt, wonach Becks Äußerung eine "Beleidigung und ein Angriff auf die Ehre des Kardinals" sei. Fraktionschefin Renate Künast und Parteichef Reinhard Bütikofer hatten sich von der Wortwahl Becks distanziert

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