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Stuttgart 21 Tausende gehen wieder auf die Straße


Der Protest gegen Stuttgart 21 hat am Samstag noch einmal Schwung bekommen, als mehrere tausend Menschen gegen das Projekt auf die Straße gingen. Die Veranstalter sprachen von mehr als 15000 Teilnehmern, die Polizei von 7000 Demonstranten.

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag erneut gegen das umstrittene Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 demonstriert, indem sie eine Menschenkette um den denkmalgeschützten Kopfbahnhof bildeten. Die Organisatoren sprachen von 15 000 Teilnehmern, die Polizei von 7000. Die Gegner des Bahnhof-Umbaus forderten einen "Baustopp für immer".

Viele Kostenrisiken seien nicht kalkuliert, so die Sprecherin des Aktionsbündnisses gegen das Projekt, Brigitte Dahlbender, vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Unter dem Motto "Herr Grube, Herr Ramsauer, genug getrickst - Baustopp für immer" kritisierten die Demonstranten "skandalöse Kostenvertuschungen bei den Baukosten für 'Stuttgart 21'" und forderten von Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer (CSU) einen dauerhaften Verzicht auf das umstrittene Projekt.

"Es gibt keinen Zeitdruck, außer die Bahn macht ihn", sagte Dahlbender und bezog sich dabei auf die Präsentation der Stresstest-Ergebnisse zur Leistungsfähigkeit des neuen Bahnhofs. Am Freitag war die öffentliche Diskussion darüber um eine Woche auf den 21. Juli verschoben worden. Die Deutsche Bahn hatte zuletzt auf eine baldige Debatte gedrängt, um einige größere Bauaufträge vergeben zu können. Die Gegner haben für Sonntag die Vorstellung eigener Berechnungen zur Leistungskraft des Bahnhof-Neubaus angekündigt.

Ein weiterer Redner, der Regisseur Volker Lösch, kritisierte Schlichter Heiner Geißler: Man brauche keinen "Märchenerzähler", sondern einen "zuverlässigen Moderator". Danach bildeten die Demonstranten eine Menschenkette um den Bahnhof und ließen grüne Luftballons in den Himmel steigen.

Beim Projekt Stuttgart 21 soll der bestehende Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgebaut werden. Die Bahn schätzt die Kosten derzeit auf 4,1 Milliarden Euro - die Kritiker erwarten deutlich mehr.

roh/DPA/AFP DPA

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