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Wählerwanderung Nichtwähler, Konservative und eine Überraschung: Wer in Thüringen die AfD gewählt hat

Björn Höcke (r.), Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen, und Andreas Kalbitz (l.) , Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg stehen bei der Wahlparty der AfD in Erfurt auf der Bühne
Björn Höcke (r.), Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen, und Andreas Kalbitz (l.) , Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg stehen bei der Wahlparty der AfD in Erfurt auf der Bühne
© Jens Büttner/dpa-Zentralbild / DPA
Die AfD gehört zu den Gewinnern der Landtagswahl in Thüringen. Sie konnte die meisten Wähler von anderen Parteien gewinnen. Den größten Erfolg hat die Partei allerdings bei denen, die 2014 nicht gewählt haben.

Nicht nur in Sachen Stimmanteilen gehört die AfD zu den Gewinnern der Landtagswahl in Thüringen. Die Partei konnte mit Spitzenkandidat Björn Höcke in größerem Maßstab ehemalige Wähler aller anderen Parteien dazugewinnen. So sind im Vergleich zur Landtagswahl 2014 von der CDU 37.000 Wähler zur AfD gewandert. Von der Linken gewinnt die AfD Thüringen 18.000 Wähler, von der SPD auch noch 8000.

AfD holt Nichtwähler an die Wahlurnen

Den größten Zugewinn holt sich die Partei allerdings bei den Nichtwählern. 81.000 Wahlberechtige, die nicht zur thüringischen Landtagswahl 2014 gingen, haben 2019 ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Auch 15.000 Menschen, die 2014 "andere" Parteien gewählt hatten, wählten nun die AfD. Einen so hohen Zugewinn aus diesem durchmischten Lager kann keine andere Partei verzeichnen. Eine mögliche Erklärung: 2014 erhielt die unter den anderen oder auch sonstigen Parteien verzeichnete NPD in Thüringen 3,6 Prozent der Stimmen, jetzt brach das Ergebnis der rechtsextremen Partei auf ein halbes Prozent ein.

Dagegen hat die Partei nur wenige ihrer Wähler von 2014 an andere verloren. 3000 sind zu Nichtwählern geworden, 2000 sind zur Links-Partei gewechselt, jeweils 1000 zu CDU, SPD und FDP. Überraschend: Der Tod knöpft der AfD mehr Wähler ab als jede andere Partei - 7000 der AfD-Wähler von 2014 sind inzwischen verstorben.

Nach dem vorläufigen Ergebnis verbesserte sich die Linke auf 31,0 Prozent (2014: 28,2), das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt. Die CDU sackte auf 21,8 Prozent (33,5). Die AfD, die in Thüringen vom Wortführer des rechtsnationalen Flügels, Björn Höcke, geprägt wird, sprang auf 23,4 Prozent (10,6). Die SPD rutschte auf den neuen Tiefstand von 8,2 Prozent (12,4). Die Grünen lagen bei 5,2 Prozent (5,7). Die FDP übersprang mit 5,0005 Prozent (2,5) die Fünf-Prozent-Hürde wohl um gerade mal fünf Stimmen, wie es von der Landeswahlleitung unter Berufung auf das lediglich vorläufige Ergebnis hieß. Das Endergebnis wird kommende Woche erwartet.

Quellen:tagesschau.de,

mit DPA

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