HOME

Trotz Plagiatsaffäre: Merkel bekräftigt ihr Vertrauen zu Guttenberg

Kein Jota rückt Kanzlerin Angela Merkel von ihrer Position zur Plagiatsaffäre: Sie habe Karl-Theodor zu Guttenberg nicht als wissenschaftlichen Assistenten berufen, sondern als Minister.

Kanzlerin Angela Merkel bleibt bei ihrer Ansicht, dass die Fehler von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Doktorarbeit unmaßgeblich für seine politische Arbeit sind. "Die Bundeskanzlerin bedauert keine Äußerung, die sie in der Sache Guttenberg in den letzten Tagen gemacht hat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Merkel hatte in der Plagiats-Affäre zu Guttenbergs Verteidigung erklärt, sie habe ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten berufen, sondern als Minister. Seibert sagte, die Kanzlerin habe weiter Vertrauen zu dem CSU-Politiker. "Daran hat sich nichts geändert in den letzten Tagen." Guttenberg sei ein bewährter Minister, der "weiterhin seine Arbeit tun kann und tun soll". Der Sprecher räumte ein, dass es um ernste Vorwürfe gehe. "Das ist ein in der Wissenschaft sehr ernster Vorgang." Die Promotion sei zu Recht infrage gestellt worden.

Die Kanzlerin könne Erregung und verletzte Gefühle in der wissenschaftlichen Welt durchaus verstehen, sagte ihr Regierungssprecher. "Sie teilt aber nicht den Schluss, dass es sich um eine Missachtung der Wissenschaft handelt." Merkel habe großen Respekt vor Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Leistungen. Bei der Frage, wer ein geeigneter Verteidigungsminister ist, kämen aber andere Sachüberlegungen zum Tragen als eine Promotion.

Auf die Frage, ob Guttenberg rechtliche Schritte gegen den Bayreuther Juraprofessor und Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, Oliver Lepsius, einleiten werden, äußerte sich das Verteidigungsministerium nicht. Es verwies auf das Abgeordnetenbüro Guttenbergs. Der Minister selbst hatte allerdings für einen Brief an die Universität Bayreuth den Briefkopf des Verteidigungsministers genutzt. Lepsius nennt Guttenberg einen Betrüger. Seibert sagte: "Die Frage des Betrugs ist eine Frage des Vorsatzes. Diesen Vorsatz hat der Bundesverteidigungsminister verneint. Die Kanzlerin glaubt ihm."

DPA / DPA