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Truppenabzug aus Afghanistan Guttenberg fällt Westerwelle in den Rücken


Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnt vor einem übereilten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan - und schießt damit indirekt gegen den ohnehin angeschlagenen Außenminister Guido Westerwelle.

Erst das Umfragedebakel der FDP, jetzt der Angriff vom Umfrageriesen: Guido Westerwelle bleibt in der Vorweihnachtszeit wenig erspart. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zweifelte am Dienstag indirekt an der Kompetenz des Außenministers, indem er vor einem übereilten Beginn des Bundeswehrabzugs aus Afghanistan warnte.

Westerwelle hatte in der vergangenen Woche festgelegt, dass die ersten deutschen Soldaten Afghanistan noch 2011 verlassen sollen. Guttenberg sagte in der ARD: "Ich kann für mich oder die Bundesregierung nicht verantworten, verbleibende Soldaten zu gefährden, bloß weil man einer gewissen Sache nachkommen will, die man behauptet hat."

Katholische Kirche gegen verfrühten Abzug

Unterstützung bekam Guttenberg von der katholischen Kirche. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, sagte in einem Interview: "Ich warne die politisch Verantwortlichen davor, überaus ambitionierte Pläne zu verfolgen und mit sehr knapp bemessenen Zeitvorgaben zu operieren." Das Wohlergehen der afghanischen Bevölkerung sei wichtiger als ehrgeizige Terminvorgaben einzuhalten.

Zuvor hatte sich die SPD hinter Westerwelle gestellt und einen Beginn des Truppenabzugs 2011 gefordert. Parteichef Sigmar Gabriel bekräftigte am Dienstag diese Haltung. Diese sei Voraussetzung für eine Zustimmung der Sozialdemokraten im Bundestag zum neuen Bundeswehrmandat.

Führungsdebatte weiter angeheizt

Die Diskussionen um FDP-Parteichef Westerwelle sind nach einer aktuellen Umfrage, nach der seine Partei nur noch auf drei Prozent kommt, weiter befeuert worden. Aus einigen Landesverbänden wurden bereits Rufe nach der Ablösung Westerwelles laut.

fw/DPA DPA

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