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Umweltnachhilfe dringend nötig: Politiker bevorzugen Spritschleudern als Dienstwagen

Bei ihren Dienstwagen haben viele Bundesminister und Ministerpräsidenten die Energiewende noch nicht geschafft: Nach Berechnungen von Umweltschützern sind die meisten Spitzenpolitiker noch immer mit Limousinen unterwegs, die viel Sprit verbrauchen und reichlich Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ausstoßen.

Kein Bundesminister erfüllt mit seinem Dienstwagen die geltenden EU-Klimagaswerte von 140 Gramm pro Kilometer", teilte die Deutsche Umwelthilfe am Montag in Berlin mit. Die Organisation sammelt seit fünf Jahren regelmäßig die Daten zu den Dienstwagen prominenter Politiker in Bund und Ländern. Experten verweisen aber auf Sicherheit und Arbeitsbelastung der Polit-Promis, die bei 16-Stunden-Tagen schlecht mit Fahrrad oder Kleinwagen zu Terminen fahren könnten: Die Dienstwagen seien teilweise gepanzert, extra-stark motorisiert und seien rollende Arbeitszimmer mit viel Sonderausstattung.

Besonders mau ist laut Umwelthilfe die Klimabilanz von Schwarz-Gelb in Hessen. Der Dienstwagen von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sei mit 348 Gramm CO2 Schlusslicht unter den Länderchefs - und sein Innenminister Boris Rhein (CDU) mit 353 Gramm CO2 je Kilometer trauriger Gesamtsieger des "Klimakiller-Rankings".

"Übermotorisierung und hohe CO2-Emissionen der Dienstwagen gehören bei den meisten Ministerpräsidenten, Ministerinnen und Ministern weiter zu den Status-Insignien", kritisierte Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch. Es gebe aber auch Verbesserungen. So teste zum Beispiel das Bundesverkehrsministerium Elektro- und Brennstoffzellen-Dienstwagen.

DPA / DPA