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Und jetzt ... Django Asül: Mubarak flieht vor Hartz-IV

Arme Menschen sind im Gegensatz zu Banken nicht systemrelevant: Diese Ansicht Angela Merkels erfuhren die Millionen Hartz-IV-Empfänger. Bei so wenig nationalem Rettungsschirm bleibt selbst Diktator Husni Mubarak lieber in Ägypten.

Ein satirischer Sozialhilfebeitrag von Django Asül

Irgendwas ist faul in diesem Sozialstaat. Da offeriert Deutschland dem ägyptischen Noch-Präsidenten eine Wellness-Kur auf Lebenszeit. Und Herr Mubarak zeigt sich nicht mal ansatzweise interessiert. Sogar den obligatorischen Medizincheck verweigert er und zeigt sich damit mürrisch wie ein wechselunwilliger Profifußballer, der nicht an einen Zweitligisten ausgeliehen werden möchte. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Philipp Mißfelder, hat es besonders drastisch formuliert, um etwaige sprachliche Missverständnisse auszuschließen: Mubarak sei in Deutschland willkommen. Die Finanzierung wäre ohnehin ein Klacks gewesen. Falls Spanien durchhält, hätte die eine oder andere Milliarde aus dem Rettungsschirm durchaus zum Mubarak-Fonds umfunktioniert werden können.

Es verdichten sich die Hinweise, dass Mubarak Wert darauf legt, sich in einem sicheren Land der Altersruhe hinzugeben. Er hat augenscheinlich keine Lust, nochmal so viel Ungemütlichkeit um sich herum zu riskieren wie in letzter Zeit. Deswegen hat Mubarak die Entwicklungen in Sachen Hartz IV besonders aufmerksam verfolgt. Unweigerlich muss er sich schon nach kurzem Einblick gefragt haben: Warum hilft Merkel Banken sofort und ohne jegliche Limits, aber bei den Armen druckst sie schon bei Kleckerbeträgen herum? Ein weiser Mann wie der Oberägypter schlussfolgert daraus: Wenn ein Staat nicht willens ist, sich um die Armen zu kümmern, wird er mit einem Despoten wie Mubarak erst recht nicht zimperlich umgehen. Da ist der Wohlfühlfaktor in einem 3-Sterne-Ferienklub in Hurghada sicherlich höher für ihn.

Für Deutschland bedeutet das: Mubarak bleibt daheim. Und die Armen bleiben arm. Das verwundert, gibt es doch ein Grundrecht auf menschenwürdiges Existenzminimum. Aber bedeutet das automatisch, dass sich Frau Merkel darum kümmern muss? Der Hartz IV-Empfänger ist doch nicht Griechenland! Und hier Banken gegen die Armen auszuspielen, ist sowieso schäbig im Quadrat. Merkel ist bekannt für ihre pragmatischen Ansätze und Fähigkeit zur messerscharfen Analyse. Und so ist sich die Kanzlerin sicher: Arme Menschen sind im Gegensatz zu Banken nun mal nicht systemrelevant. Im Gegenteil. Sie verbreiten eher Unbehagen in einer Merkelschen Welt, in der es allen gut geht, wenn es den Banken gut geht.

Fairerweise darf weder der Regierung noch der Opposition Untätigkeit unterstellt werden. Eigentlich gebührt dem gesamten deutschen Politikapparat ein Sonderlob, weil er es schaffte, jede Menge Desinteresse auf sage und schreibe sieben Verhandlungsrunden zu verteilen. So lange zu verhandeln, ohne zu einem Ergebnis kommen zu wollen, erfordert ein Höchstmaß an Disziplin, Rollenverständnis und Beharrlichkeit.

Für den humorvollen Part in diesem Gezerre sieht sich die Opposition prädestiniert. Weil SPD und Grüne den derzeitigen Hartz IV-Satz für zu niedrig halten, wollen sie die Mobilitätskosten im Regelsatz um 16 Euro senken. Also nochmal zum Mitschreiben: Wenn Hartz-IV-Bezieher zu mehr Geld kommen sollen, muss man ihnen weniger Geld lassen. Denkt man das rotgrüne Modell zu Ende, wären alle Armen dieser Republik schnell reich, wenn ihnen sämtliche Gelder gestrichen würden.

Hier verlässt die Diskussion die monetäre Ebene und wechselt auf die philosophische: Wahrer Reichtum hat nichts mit Geld zu tun. Wer satt werden will, muss nicht unbedingt was zu essen kriegen. Die Regierung sieht die Angelegenheit nochmal diffiziler. Für Union und FDP kann nur der arm sein, der auch arbeitet. Darum sollen die Zeitarbeiter mehr Geld verdienen, um nicht dem Staat auf der Tasche zu liegen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das verbessert die Situation der zwei Millionen Hartz-IV-Kinder auf einen Schlag. Falls sie die Schule sausen lassen und stattdessen in der Zeitarbeitsbranche anheuern. Aber der Regierung würde vorschweben, dass sie sich da komplett raushält und die Arbeitgeber flott und gerne die Tarife für Zeitarbeiter drastisch anheben. Wer die Arbeitswelt der letzten Jahrhunderte durchleuchtet, wird auch schnell merken, dass es Arbeitgebern schon immer nur darum ging, Löhne im Wochenrhythmus auf neue Höchststände zu treiben. All die sozialen Unruhen und Revolutionen waren ja nur möglich, weil zu viel Geld und zu wenig Einkaufsmöglichkeiten das neureiche Proletariat und Prekariat auf die Barrikaden trieben. Jedenfalls stehen die Zeichen gut, dass der politische Betrieb um seine Zukunft nicht bangen muss. Dafür sorgt schon die Mehrheit von Schwarzgelb im Bundestag. Und die schwarzgelbe Minderheit im Bundesrat. Und so reicht Merkel den Armen die Hand und will ihnen sagen: In diesem Land braucht Ihr eventuell mehr Geld. Aber ganz sicher noch viel mehr Geduld.

Django Asül live am 10.Feb Köln (Comedia), 11.Feb Herford (Stadttheater), 12.Feb Leverkusen (Scala Lichtspielhaus), 13.Feb Kreuztal (Stadthalle)

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.