VERABSCHIEDUNG Kein Zapfenstreich für Scharping


Der entlassene Verteidigungsminister Rudolf Scharping soll angeblich als erster Verteidigungsminister der Bundeswehr nicht mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden.

Der am Donnerstag entlassene Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) soll nach Informationen der »Bild«-Zeitung als erste Verteidigungsminister in der Geschichte der Bundeswehr nicht mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden.

»Appell« statt »Zapfenstreich«

Wie das Blatt in seiner Montagausgabe unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, sei bisher nur ein schlichter »Appell« auf dem Antreteplatz des Berliner Bendler-Blocks geplant. Scharpings Wunsch nach einem »Zapfenstreich« sei abgelehnt worden. Man wolle so verhindern, dass der neue Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) Scharpings Verabschiedung vornehmen müsse, hieß es weiter.

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Der große Zapfenstreich ist eine militärische Abendveranstaltung mit Ehrenformation und Fackelschein. Laut einer Dienstvorschrift der Bundeswehr ist »der große Zapfenstreich ist eine feierliche militärmusikalische Veranstaltung. In der Bundeswehr gilt er neben dem feierlichen Gelöbnis als das bedeutendste militärische Zeremoniell und ist daher nur bei besonderen Anlässen zu spielen.«

»Wir werden unser Geschäftsmodell überprüfen.«

Unterdessen hat der umstrittene Frankfurter PR-Berater Moritz Hunzinger angekündigt, seine Firmenpolitik zu überdenken. In einem Interview sagte Hunzinger: »Wir werden unser Geschäftsmodell überprüfen.« Anlass für eine grundlegende Änderung der Geschäftspraktiken sehe er jedoch nicht.

Hunzinger betonte: »Hier gibt es keine Tarnkappen und keine Dunkelkammern. Wir arbeiten öffentlich, transparent.« Zahlungen an Parteien und Politiker wie den entlassenen Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) erklärte Hunzinger mit dem Zeitaufwand der Politiker, der entlohnt werden müsse: »Man kann solchen Persönlichkeiten nicht die Zeit stehlen, ohne selbst auch etwas zu geben. Auch Besuche von Politikern in Firmen geschehen doch fast immer gegen eine Spende an die Partei. Politiker und Parteien brauchen Geld für Info-Broschüren, Mitarbeiter, Dienstreisen. Es wäre deshalb Unsinn, Parteispenden so zu dämonisieren, wie das jetzt wieder geschieht.«


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