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Verfassungsschutz: Beobachtung von Scientology soll reduziert werden

Das Bundesamt für Verfassungsschutz will Scientology aus dem Visier seiner Beobachtungen nehmen. Der Grund soll fehlende Relevanz der Organisation sein. Scharfe Kritik kommt aus den Ländern.

Scientology hat seinen Sitz im US-amerikanischen Städtchen Clearwater

Scientology hat seinen Sitz im US-amerikanischen Städtchen Clearwater

Das Bundesamt für Verfassungsschutz will nach Informationen des "Spiegel" die Beobachtung der Scientology-Organisation praktisch einstellen. Das Bundesamt wolle seine Prioritäten neu ordnen und daher die Beschäftigung mit Scientology "auf ein Minimum reduzieren", zitiert das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe aus einem Schreiben an die Landesbehörden für Verfassungsschutz. Als Begründung hieß es, die Bedeutung der Organisation nehme ab.

Im aktuellen Verfassungsschutzbericht wird Scientology ein totalitärer Charakter attestiert, bundesweit soll die Organisation rund 4000 Mitglieder haben. Der Verfassungsschutz versuche, seine Kräfte derzeit in Richtung Spionageabwehr zu bündeln. Nach dem Auffliegen des Terrortrios NSU war bereits die Abteilung Rechtsextremismus deutlich gestärkt worden. Der Plan, Scientology weitgehend aus der Beobachtung zu entlassen, trifft laut "Spiegel" aber auf Gegenwehr. Niedersachsen habe Bedenken geäußert, auch Hamburg und andere Länder wollten nicht mitziehen.

Die in den 1950er Jahren von L. Ron Hubbard in den USA gegründete Scientology-Bewegung ist in Deutschland als Religionsgemeinschaft nicht anerkannt. In einigen Bundesländern wird sie vom Verfassungsschutz beobachtet. Eines der prominentesten Mitglieder der umstrittenen Organisation ist US-Schauspieler Tom Cruise.

ono/DPA/AFP / DPA