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Verlustrechnung von Unternehmen Fiskus dementiert drohendes Steuerloch


In den Haushaltskassen gähnende Leere und nun das: Die Firmen in Deutschland sollen deutlich höhere steuerliche Verluste angehäuft haben als bislang bekannt berichet die "FTD". Damit drohten dem Fiskus bei der Besteuerung gewaltige Einnahmeausfälle. Doch das Finanzministerium winkt ab.

Das Bundesfinanzministerium hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach dem Fiskus durch steuerliche Verlustvorträge von Firmen zusätzliche Milliardenausfälle drohen. "Uns liegen keine neuen Schätzungen zur Höhe der Verlustvorträge vor", sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Berlin und verwies auf eine seit Langem bekannte amtliche Statistik.

Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, den öffentlichen Haushalten drohten bei der anstehenden Neuregelung der Verlustrechnung von Unternehmen Einnahmenausfälle in Milliardenhöhe. Die Firmen in Deutschland hätten deutlich höhere steuerliche Verluste aus der Vergangenheit als bislang bekannt. Die sogenannten Verlustvorträge beliefen sich nach der amtlichen Statistik auf mehr als 1100 Milliarden Euro, zitierte das Blatt aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Barbara Höll (Die Linke).

Der Gesetzgeber könnte dem Bericht zufolge bald gezwungen sein, durch ein erwartetes Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Recht zugunsten der Unternehmen zu ändern. "Das muss man sehr behutsam machen, sonst brechen die Einnahmen weg", zitiert die "FTD" den Ökonomen Frank Hechtner von der Freien Universität Berlin. Nach seinen Berechnungen müssten Firmen sechs Jahre keine Körperschaftsteuer zahlen, wenn die Verrechnung früherer Verluste mit aktuellen Gewinnen völlig freigegeben würde.

Nach Angaben des Finanzministeriums beträgt das Volumen der Verlustvorträge insgesamt aber nur etwa 500 Milliarden und nicht 1100 Milliarden Euro. Die Verlustvorträge könnten sich zwar bei verschiedenen Steuerarten auswirken. "Das rechtfertigt aber keine Vervielfachung des Volumens selbst", betonte die Sprecherin.

mad/Reuters/DPA DPA Reuters

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