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Vor Ende der Legislaturperiode Merkel denkt angeblich an Abschied


Möglicher Amtsverzicht: Laut Informationen des "Spiegel" erwarten Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel ihren freiwilligen Rücktritt. Auf eine Wahlniederlage oder eine Ablösung wolle sie nicht warten.

Als erste deutsche Regierungschefin seit 1949 überlegt Angela Merkel angeblich, freiwillig ihr Amt niederzulegen. Laut Informationen des aktuellen "Spiegel" will sie nicht auf eine Wahlniederlage oder eine parteiinterne Ablösung warten. Das Magazin beruft sich dabei auf die Einschätzung mehrerer Kabinettsmitglieder und hochrangiger Unionspolitiker. Merkel regiert Deutschland seit 2005 als Bundeskanzlerin.

"Das reizt sie wirklich sehr", wird ein Mitglied von Merkels Regierungsteam zu den möglichen Rückzugsplänen zitiert. Regierungssprecher Steffen Seibert dementiert und verweist auf Merkels Wahlkampfversprechen, eine volle Legislaturperiode im Amt bleiben zu wollen.

Der stern hatte bereits im vergangenen Jahr über mögliche Rücktrittspläne der Kanzlerin in 2016 berichtet. Nach stern-Informationen strebe Merkel danach keine Spitzenfunktion in der internationalen Politik an, sondern wolle stattdessen gemeinsam mit ihrem Mann den Pan American Highway von Alaska bis Feuerland bereisen.

Noch aber gibt es für "Mutti" Merkel keinen Zwang zu gehen. Sie ist beliebt in ihrer Partei und bei der Bevölkerung. Und doch wird Ursula von der Leyen schon als potenzielle Nachfolgerin Merkels gehandelt. Von der Leyen soll sich in ihrem jetzigen Amt, so die Einschätzungen, auch außenpolitisch profilieren und sich auf diese Weise für eine mögliche Kanzlerschaft warmlaufen. Allerdings ist von Leyen nicht unumstritten in der CDU, erst kürzlich wurde ebenfalls die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine Merkel-Nachfolge ins Spiel gebracht.

Spekulation über neue Aufgaben

Für Merkel sei, so zumindest der Tenor des "Spiegel"-Artikels, nach Ende ihrer Amtszeit als Kanzlerin eventuell doch ein hohes internationales Amt eine Option - etwa das der UN-Generalsekretärin oder der EU-Ratspräsidentin. Über solche Möglichkeiten wurde schon mehrfach spekuliert. "In Brüssel können sich sehr viele vorstellen, dass Angela Merkel einmal als Ratspräsidentin ihre Erfahrung und Tatkraft für Europa nutzbar macht. Sie würde auf breite Zustimmung stoßen", zitiert der "Spiegel" den CDU-Politiker Elmar Brok.

Merkel selbst schloss auf Nachfrage im ZDF aus, 2018 UN-Generalsekretärin zu werden. "Das wird mit Sicherheit nicht passieren." Zu ihrem 60. Geburtstag am Donnerstag wünscht sich die ostdeutsche Politikerin nach eigenen Worten, "dass ich gesund bleibe und dass ich tun kann, was mir Spaß macht".

Und an diesem Sonntag hat die Kanzlerin mit Sicherheit andere Dinge im Kopf: Sie traf - gemeinsam mit Bundespräsident Joachim Gauck - in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ein, um das Endspiel der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag Abend gegen Argentinien zu sehen.

kgi/anb

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