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Währungsreform: Aus Lust am Untergang

Die Geschichte zeigt: Staaten können auch hohe Schuldenberge wieder abbauen - wenn der politische Wille da ist. Zu Hyperinflation und Währungskollaps kam es in der deutschen Vergangenheit, weil die Regierung dies damals so wollte.

Von Hubert Beyerle

Ein neues Katastrophenjahr macht die Runde. Bis vor kurzem hat das Jahr 1929 noch Angst und Schrecken verbreitet - jetzt muss die Zahl 1923 herhalten. 1929 steht für den bislang heftigsten Crash von Börsen und Welthandel und den Ausbruch der schwersten Krise der Weltwirtschaft. 1923 symbolisiert in Deutschland eine völlig andere Katastrophe: den Zusammenbruch der Währung in der schlimmsten Inflation aller Zeiten.

"Gigantischer Betrug der politischen Kaste"

Geht es auch eine Nummer kleiner? An Stammtischen, in Börsenblogs und manchen Magazinen wird an die deutsche Hyperinflation erinnert, als stünde ihre Neuauflage unmittelbar vor der Tür. Die gigantischen Rettungspakete der Notenbanken, ihre unkonventionellen Techniken, erst Geld in den Markt zu pumpen, und die mit Schulden finanzierten Konjunkturprogramme weltweit würden, so das Argument, die Staatsfinanzen zerrütten. Am Ende bliebe dann womöglich als einziger Ausweg die staatliche Zahlungsunfähigkeit und eine Währungsreform.

Solche Ängste werden gespeist von Verschwörungstheorien über eine angebliche Inflations-Ökonomie, die seit Jahren im Internet kursieren und nun wieder in Mode kommen: Diese Inflations-Wirtschaft sei ein "gigantischer Betrug der politischen Kaste an den Bürgern", schreibt der amerikanische radikal-libertäre Ökonom Robert Sennholz. Die Ära des ungedeckten Papiergeldes werde zwangsläufig seinem Ende entgegen gehen, behauptet er.

Optimismus ist notwendig

Noch deutlicher wird der frühere schweizer Banker Ferdinand Lips: Dieses ungedeckte, vom Staat nach Belieben gedruckte "Falschgeld" sei eine "kriminelle Verschwörung". Selbst ein Bankenvolkswirt wie Thorsten Polleit von der Bank Barclays Capital sagt: "Solange der Staat die Hoheit über die Geldmenge innehat, ist die Gefahr einer Währungsreform real."

Paradoxerweise zeugen solche Inflationsängste von einem überraschenden Optimismus, was die Konjunktur betrifft: Denn nur, wenn die Weltwirtschaft wieder kräftig anzieht, lassen sich höhere Inflationsraten überhaupt denken. Davon ist die Welt aber derzeit weit entfernt. Die Kapazitäten der Industrie sind weltweit so gering ausgelastet wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Banken und Investoren sind zutiefst verunsichert und halten sich mit Krediten und Investitionen zurück.

Währungsreformen waren an der Tagesordnung

Der Blick in die Geschichte zeigt, wie unsinnig solche Vergleiche sind. Währungsreform oder Zahlungsausfall waren historisch Auswege, wenn sonst nichts anderes mehr möglich war. Tatsächlich waren staatliche Zahlungsausfälle und Umschuldungen in den großen europäischen Herrscherhäusern im 16. und 17. Jahrhundert zeitweise im Zehnjahresrhythmus an der Tagesordnung, in Lateinamerika bis in die Gegenwart. Die Spannungen in der Euro-Zone riefen in den vergangenen Wochen auch Befürchtungen hervor, dass die Währungsunion auseinander brechen könnte, weil sich die Wettbewerbsfähigkeit der Mitglieder zu sehr auseinander entwickelt habe. In den "schwachen" Ländern Südeuropas könnte in der aktuellen Krise die Gefahr eines Staatsbankrotts steigen, befürchten Pessimisten.

Nobelpreisträger Paul Krugman hatte diese Gefahr sogar für Österreich vermutet. "Auszuschließen ist derzeit nichts", sagt Krugman. Klar aber ist: Es gibt keinen unaufhaltsamen ökonomischen Mechanismus, etwa einen bestimmten Schuldenstand, ab dem die Situation "kippt" und Staatsfinanzen oder Währung außer Kontrolle geraten.

Die Deutschen haben im 20. Jahrhundert im Abstand von einem Vierteljahrhundert zwei Währungsschnitte erlebt. Beide waren die Folge einer Extremsituation: nämlich jeweils eines selbst begonnenen und verlorenen Weltkrieges. Im November 1923 hatte die Hyperinflation die damalige Papiermark wertlos gemacht. Die Reichsregierung war mit der Rückzahlung der Kriegsanleihen und den auferlegten Reparationen völlig überfordert und warf die Notenpresse an.

Inflation als nationales Trauma

Am Ende kostete ein Dollar 4,2 Billionen Mark. Das war die Zeit, in der Monatsgehälter in Schubkarren transportiert und sofort wieder in Lebensmittel umgesetzt wurden, um dem stündlich spürbaren Wertverlust zu entgehen. Am 15. November wurde die mit Hypotheken "gedeckte" Rentenmark zum Kurs von eins zu einer Billion Papiermark eingeführt. Im darauf folgenden Jahr führte die Regierung zusätzlich die Reichsmark als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Das Reich hatte sich somit in kürzester Zeit entschuldet. Sparer und so genannte Rentiers, die von ihren Zinsen gelebt hatten, wurden praktisch enteignet.

Nach dem zweiten Weltkrieg stand in Deutschland eine gigantische Geldmenge einem knappen und zurück gehaltenen Warenangebot gegenüber. Eine Hyperinflation blieb nur aufgrund von Preisregulierungen aus - Ökonomen rede in einem solchen Fall von zurückgestauter Inflation. Niemand wollte die alte Währung mehr akzeptieren. Die Währungsreform vom 20. Juni 1948 teilte dann jedem Deutschen 40 Deutsche Mark zu. Größere Sparguthaben sollten später offiziell im Kurs von 1:10 getauscht werden, tatsächlich wurden es für 100 Mark Sparguthaben am Ende 6,50 DM.

Ging die Währungsreform 1948 als Startsignal für das Wirtschaftswunder der Bundesrepublik in die Geschichte ein, wirkten die Hyperinflation und der Währungsschnitt 1923 national-traumatisch. Der Verlust der Ersparnisse verunsicherte die Mittelschichten ins Mark und begünstigte den Aufstieg Hitlers.

Keiner will heute eine hohe Inflation

Zur heutigen Situation bestehen jedoch zwei fundamentale Unterschiede: Erstens ist die Lage ökonomisch lange nicht so schlimm wie damals und zweitens will heute keiner eine hohe Inflation - im Gegensatz zu den 20er Jahren. Während der vier Jahre des Ersten Weltkrieges machten die Haushaltsdefizite des Deutschen Reiches ein Drittel bis die Hälfte des Nationalproduktes aus.

Der Schuldenberg lag zu Kriegsende bei rund 150 Prozent des Nationalproduktes. Deutschlands Kredit im Ausland war nach sozialen Unruhen und der Ermordung von Außenminister Walter Rathenau Ende 1922 völlig erschüttert. Die Reichsbank kaufte den größten Teil der Staatsanleihen auf und "monetisierte" damit die Staatschulden. Nach Berechnungen von Ralph Solveen von der Commerzbank beträgt der Anteil der monetisierten Schulden der US-Notenbank dagegen derzeit nur etwa ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes. Die Europäische Zentralbank plant ohnehin keinen Kauf von Anleihen.

Weimarer Republik trug Mitschuld an Wirtschaftskrise

Noch wichtiger aber ist, dass die Deutsche Reichsbank die Folgen ihrer Politik gar nicht verstand. Noch im August 1923 erklärte deren Präsident Rudolf Havenstein, der durch seine Politik erhöhte Kreditumlauf sei nicht gefährlich: Dieser diene ja der Produktion, daher "schafft die Notenbank keine künstliche Nachfrage". "Havenstein sah die Erhaltung der industriellen Produktion und der Beschäftigung als seine Hauptziele. Währungsstabilität interessierte ihn nicht", schreibt Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. Tatsächlich herrschte Anfang der 20er Jahre quasi Vollbeschäftigung.

Der Grund: Die Währungspolitik war damals keine eigenständige Politik, sondern ein Instrument der Außenpolitik: Mehr oder weniger offen verfolgten die Regierungen der frühen Weimarer Republik das Ziel, die Staatsfinanzen bewusst zu zerrütten, um der Welt zu demonstrieren, dass die Reparationen nicht zu zahlen sind. Nicht weiter erstaunlich, dass ihnen das dann auch gelungen ist.

Erfolgreiche Schuldenbekämpfung in der Geschichte

Dabei zeigt die Wirtschaftsgeschichte, dass es Fälle gab, in denen Staaten von sehr viel höheren Schuldenbergen herunter kamen. Bestes Beispiel: Großbritannien, und zwar gleich zwei Mal. Aus den napoleonischen Kriegen und aus dem Zweiten Weltkrieg ging das Königreich nach Berechnungen von Niall Ferguson jedes Mal mit Staatsschulden in Höhe von rund 250 Prozent des Nationalproduktes hervor.

In beiden Fällen ist es ihm dann gelungen, die Staatschulden wieder abzubauen. Das ganze 19. Jahrhundert sanken die Schulden kontinuierlich, wobei der Schuldendienst während der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert meist mehr als 50 Prozent des Staatshaushaltes auffraß. Dabei war Großbritannien damals gleichzeitig die führende Wirtschaftsnation der Welt und Vorreiter der Industriellen Revolution.

"Heute sind sich die für die Geldpolitik Verantwortlichen bewusst, dass ihre aktuelle Politik beträchtliche Inflationsgefahren birgt", so Solveen. Das sei zwar keine Garantie dafür, dass der nötige Kurswechsel rechtzeitig erfolge. Aber Anfang der 20er Jahre unternahm die Notenbank trotz Boom gar nichts gegen den Währungsverfall. Auch das dürfte sich nicht wiederholen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(