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Wahlumfrage: Schwarz-gelbe Mehrheit schwindet

Gerhard Schröder hat durch das TV-Duell offenbar mehr für seine Sozialdemokraten herausgeholt als vorher vermutet. So legt die SPD in Umfragen weiter zu, während CDU und FDP nun um ihre Mehrheit bangen müssen.

Die SPD verbucht in der Wählergunst einen deutlichen Zugewinn gegenüber der Vorwoche. Eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Fernsehsenders N24 ergab ein Plus von zwei Punkten auf 33 Prozent bei der so genannten Sonntagsfrage. Unverändert sah Emnid die Union bei 42 Prozent, Grüne und FDP bei jeweils sieben Prozent. Damit herrscht laut Umfrage ein Gleichstand zwischen den Lagern Schwarz-Gelb und Rot-Rot-Grün. Beide würden 49 Prozent erreichen.

Die Umfrage ergab auch, dass der SPD im Verlauf des Wahlkampfes wieder eine deutlich höhere Kompetenz in der Sozialpolitik zugemessen werde. Während die Union im Juli auf 28 Prozent und die SPD auf 26 Prozent kam, drehte sich das Bild jetzt um. Im September glaubten 32 Prozent, dass die SPD die bessere Sozialpolitik mache, während das nur noch 27 Prozent von der Union erwarteten. Dabei spielt laut Analyse vor allem die Diskussion um die Steuer- und Rentenpläne des Wissenschaftlers Paul Kirchhof eine Rolle, der Mitglied im Kompetenzteam der Union ist.

Die Sonntagsfrage wurde von Montag bis Mittwoch 3000 Bundesbürgern gestellt. Zuvor hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärt, nach dem TV-Duell mit seiner Herausforderin Angela Merkel gebe es Rückenwind für einen Wahlsieg der SPD. Die aktuellen Umfragen seien Ansporn, den Wahlkampf noch entschiedener fortzusetzen. Nach der Forsa-Umfrage im Auftrag des stern und RTL hat die SPD so weit aufgeholt, dass es derzeit nicht mehr für einen Sieg von Schwarz-Gelb reichen würde. Der Kanzler hatte zuvor 38 Prozent als Wahlziel für die SPD vorgegeben. Forsa hatte die SPD bei 34 Prozent gemessen. Schröder sagte, er brauche noch vier Prozent auf Kosten von Union und FDP. Dann gebe es ein Ergebnis wie 2002, als sich die Union vorzeitig zum Sieger erklärt habe.

AP / AP