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Konservative Organisation: Werteunion-Chef Alexander Mitsch spendete an die AfD und liebäugelte mit dem Eintritt

Wie nah ist die Werteunion der AfD? Wie jetzt bekannt wurde, hat Werteunion-Chef Mitsch vor Jahren an die AfD gespendet und liebäugelte mit dem Eintritt. Doch inzwischen seien dort zu radikale Kräfte am Werk.

Werteunion-Vorsitzender Alexander Mitsch am Rednerpult

Beklagt, dass "radikale Kräfte" in der AfD die Macht übernommen hätten: Werteunion-Chef Alexander Mitsch

DPA

Der Bundesvorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch, hat mit einem Eintritt in die AfD geliebäugelt und der Partei auch Geld gespendet. "2014 habe ich 20 Euro und 2016 100 Euro gespendet", sagte das CDU-Mitglied dem populistischen Online-Portal "Tichys Einblick". Er habe damals mit sich gerungen, ob er der AfD nicht sogar beitreten solle, "denn meine Verzweiflung über den Zustand meiner CDU war groß". 

Er sei auch heute noch gegen eine "pauschale Verunglimpfung aller Mitglieder und Wähler der AfD", sagte Mitsch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Denn es gebe bis heute "vernünftige Menschen in der Partei, aber die haben nicht mehr viel zu sagen". Inzwischen hätten aus seiner Sicht in der AfD "radikale Kräfte die Macht übernommen". 

Alexander Mitsch von Höcke-Rede abgeschreckt

Dass diese Partei nicht seine politische Heimat werden könne, habe er nach der Dresdner Rede von Björn Höcke im Januar 2017 gewusst. Höcke gilt als Rechtsaußen in der AfD. In seiner Rede vor Anhängern in Dresden hatte er eine "erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad" gefordert. 

Die Werteunion war vor knapp drei Jahren als Reaktion vor allem auf die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegründet worden. Zu den bekannteren Mitgliedern der Gruppe, die nach eigenen Angaben 4300 Mitglieder hat, gehört der frühere Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen.

Widerstand gegen Werteunion formiert sich

Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, kritisierte die Spende von Mitsch an die AfD. Er sagte: "Offenbar hat die CDU ein Problem mit Rechtsradikalen in den eigenen Reihen, um das sich die Verantwortlichen zügig kümmern sollten." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer schrieb auf Twitter: "Die Loyalität der sogenannten #WerteUnion gilt nicht #CDU und #CSU. Es wundert überhaupt nicht und ist sogar konsequent, dass Herr #Mitsch mindestens 2x an die rechtsradikale #AfD spendete."

In jüngster Zeit formiert sich in der Union eine Front gegen die Werteunion. CDU-Europapolitiker Elmar Brok verurteilte die Organisation, die nicht Teil der Partei ist, aber von vielen CDU-Mitgliedern getragen wird, gegenüber dem stern: "Diese Leute haben keine Werte." Die CDA, der sozialpolitische Flügel der CDU, bezeichnete in einer Mitteilung vom Dienstag eine Mitgliedschaft in Werteunion und CDU als unvereinbar und strebt einen formellen Unverinbarkeitsbeschluss an.

dho / DPA