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Wolfgang Burr: "Ich war kein Fluchthelfer von Pfahls"

Hamburg - Der ehemalige Abteilungsleiter Rüstung im Verteidigungsministerium, Wolfgang Burr, hat bestritten, dem Mitte Juli in Paris festgenommenen Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls bei der Flucht behilflich gewesen zu sein. Er habe mit dem Verschwinden Pfahls nichts zu tun, sagte Burr in einem Gespräch mit dem stern . Burr war in die Schlagzeilen geraten, weil er von Pfahls ein Fax erhalten hatte, über das die Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) Pfahls auf die Spur gekommen waren.

In dem Fax, so Burr zum stern, habe Pfahls ihn gebeten, Kontakt zu einem Anwalt aufzunehmen, der ihn juristisch beraten und den Rückweg nach Deutschland ermöglichen könne. Vielleicht habe Pfahls mit dem Anwalt abklären wollen, inwieweit eine Rückkehr nach Deutschland wegen Teilverjährung der den Vorwürfen zugrunde liegenden Handlungen möglich sei.

Burr, der 1992 von dem damaligen Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde, sagte, er habe sich auch gewundert, dass Pfahls das Fax an seine ganz normale Telefonnummer geschickt hätte. "Natürlich musste er davon ausgehen, dass sein Aufenthaltsort auf diese Weise bekannt wurde. Ob er das wollte, weiß ich nicht", erklärte Burr dem stern. Auf die Frage, ob er der "W.B." sei, der laut dem Tagebuch des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber rund 500 000 Mark aus dem Thyssen-Deal kassiert habe, antwortete Burr: "Nein, das bin ich mit Sicherheit nicht."