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stern-Interview

FDP-Vize Kubicki: "Es gab kein menschliches Grundvertrauen"

Die FDP will nach dem Platzen der Jamaika-Sondierungen die Rolle des Buhmanns nicht akzeptieren. Parteivize Wolfgang Kubicki spricht im stern-Interview über die Gründe des Scheiterns.

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki

"Große Koalition wäre einfacher gewesen, als es Jamaika je war“: der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki fordert in der unklaren politischen Situation in Berlin eine starke Rolle des Parlaments. "Als Erstes muss der Bundestag anfangen zu arbeiten", sagte der FDP-Politiker dem Hamburger Magazin stern, das in dieser Woche sein Erscheinen auf den Mittwoch vorgezogen hat. "Es macht ja keinen Sinn, dass hier 709 Abgeordnete rumsitzen, weil wir beispielsweise keine Ausschüsse haben", sagte Kubicki. Das Parlament müsse mindestens arbeitsfähig sein. Am Dienstag war die Fraktion der Linken noch damit gescheitert, sofort alle Fachausschüsse einzusetzen.

Der FDP-Vize wehrte sich gegen den Vorwurf, die Liberalen allein seien dafür verantwortlich, dass es jetzt wohl zu Neuwahlen kommen würde. Das liege nicht nur an der FDP. Den Vorwurf könne man genauso der SPD machen. "Ihr Weg in die Große Koalition wäre einfacher gewesen, als es Jamaika je war", sagte Kubicki. Die Jamaika-Sondierung sei neben Sachfragen auch an fehlendem, gegenseitigen Vertrauen gescheitert. "Es gab kein menschliches Grundvertrauen." Wenn etwa grüne Abgeordnete über FDP-Politiker sagen würden, sie seien "Menschenfeinde, AfD-light, Populisten", dann könne man nicht erklären, warum man zusammengehen solle.

Lesen Sie das ganze Interview mit Wolfgang Kubicki in der aktuellen Ausgabe des stern, die nach dem Scheitern der Koalitionssondierungen bereits am Mittwoch erscheint. Das aktuelle Heft beleuchtet alle Hintergründe der Jamaika-Krise, klärt, wie es dazu kommen konnte und zeigt die politischen Folgen auf.


Interview: Frauke Hunfeld