Anzeige
Anzeige

Zoff bei den Linken Ernst verteidigt Zusatzgehalt für Chefposten

Parteimitglieder mosern über seine Mehrfach-Einkünfte und die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Gratisflüge. Doch Linken-Chef Klaus Ernst lassen die Querelen kalt. Unterstützung erfährt er von seiner Stellvertreterin.

Linken-Chef Klaus Ernst hat die parteiinterne Kritik an seinen mehrfachen Einkünften zurückgewiesen. "Die Regelung galt genauso für meine Vorgänger. Im Übrigen habe ich mein Arbeitsverhältnis bei der IG Metall für mein neues Amt unwiderruflich aufgegeben", sagte Ernst der "Bild-Zeitung". Er bekommt neben seinen Bundestagsdiäten in Höhe von 7668 Euro auch 3500 Euro von der Partei und 1913 Euro von der Bundestagsfraktion.

Dies entspricht einem Beschluss des Parteivorstandes, bekräftigte Co-Parteichefin Gesine Lötzsch am Montag in Berlin. Lötzsch selbst übt das Amt allerdings - wie schon der frühere Parteichef Oskar Lafontaine - ehrenamtlich aus. Dagegen bekam Lothar Bisky in seiner Zeit als Parteichef nach den Worten von Lötzsch dieselbe Vergütung wie nun Ernst. Das Thema sei damals nicht so groß öffentlich diskutiert worden. Man nehme die aktuelle parteiinterne Diskussion ernst und werde diese offen führen, erklärte Lötzsch.

"Niemand wirft mir persönliche Bereicherung vor"

Nach heftigen Protesten aus den eigenen Reihen hatte Fraktionssprecher Hendrik Thalheim angekündigt, dass sich der Vorstand der Linken möglicherweise im September noch einmal mit den Einkünften der Parteiführung beschäftigen werde. Lötzsch könne sich dagegen aber nicht vorstellen, dass die bisherige Regelung vollständig verworfen wird.

Obwohl er auch wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist, geht Ernst weiterhin davon aus, korrekt gehandelt zu haben. "Ich bin überzeugt davon, dass sich das im Ergebnis der Untersuchung bestätigt. Niemand wirft mir persönliche Bereicherung vor." Die Berliner Ermittler prüfen, ob der Abgeordnete zu Unrecht Reisekosten über die Bundestagsverwaltung abgerechnet hat. Dabei geht es um Flüge zu Aufsichtsratssitzungen von Unternehmen in den Jahren 2007 und 2009.

Der Parteivorstand zeige sich mit Ernst solidarisch und unterstütze dessen Bemühungen, die Vorwürfe möglichst schnell aufzuklären, so Lötzsch. Den politischen Gegnern warf sie vor, den Vorgang politisch instrumentalisieren zu wollen.

DPA/mre DPA

Mehr zum Thema

Newsticker

VG-Wort Pixel