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Gefährliche Technik Zoll-Fahnder beschlagnahmen mehr als eine Million gefälschte Halbleiter

Ein Wafer (Halbleiterscheibe) in einem Gelbraum eines Halbleiterwerks von Bosch in Reutlingen
Eine Halbleiterscheibe ("Wafer") in einem Halbleiterwerk von Bosch in Reutlingen
© Christoph Schmidt/DPA/Picture Alliance
Koordiniert vom niederländischen Zoll stellten Fahnder mehr als eine Million gefälschte Halbleiter in zwölf verschiedenen EU-Ländern sicher. Besonders brisant: Einige der beschlagnahmten Elektroteile waren für Flugzeuge und OP-Geräte bestimmt.

Halbleiter sind Festkörper, die elektrische Impulse leiten und in den verschiedensten elektronischen Geräten zum Einsatz kommen. Ein nachgemachter Halbleiter kann Computersysteme beschädigen und je nach Einsatzgebiet sogar Menschenleben gefährden.

Wie das EU-Amt für Betrugsbekämpfung am Montag in Brüssel mitteilte, wurden in einer europaweiten Aktion mehr als eine Million gefälschte Halbleiter sichergestellt. Darunter befanden sich Dioden, LED'S, Transistoren und intergrierte Schaltkreise. Die Zollfahnder beschlagnahmten die Elektro-Teile in in zwölf Ländern und wurden auch in Deutschland fündig. 

Gefälschte Halbleiter vermehrt aus China und Hongkong

Die zweiwöchige Aktion war vom niederländischen Zoll koordiniert worden und richtete sich vor allem gegen Importe aus China und Hongkong. Die beschlagnahmten Geräte waren vor allem über Postdienste oder Expresskurier in die EU gebracht worden.

Der Einbau von nachgemachten Halbleitern "kann zu Ausfällen von Computersystemen und schweren Störungen in zivilen und militärischen Sicherheitssystemen führen", teilte das EU-Amt mit. Einige der beschlagnahmten Teile waren für Lkw, Flugzeuge und chirurgische Instrumente bestimmt. Wenn diese Computersysteme versagten, könnten auch Menschenleben gefährdet sein. Produktfälschungen sorgen nach Angaben der EU-Behörde für große finanzielle Einbußen bei der europäischen Industrie.

sve DPA

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