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Forsa-Umfrage: Linksbündnis ist drittstärkste Partei

SPD und Grüne versuchen bei der Bundestagswahl mit linken Positionen zu punkten. Doch da ist das neue Linksbündnis schon weiter: Die Demokratische Linke/PDS wäre neben der CDU der größte Profiteur von Neuwahlen.

Als Bundeskanzler Gerhard Schröder nach dem SPD-Wahldebakel in Nordrhein-Westfalen, Neuwahlen ankündigte, war klar, was er wollte: Die vorgezogene Bundestagswahl sollte der rettende Anker für die rot-grüne Regierungskoalition sein. Schröder wollte die Deutschen offensichtlich aus der Reserve locken, den Wähler zu einer Bestätigung seiner Politik provozieren. Doch bei einer vorgezogenen Bundestagswahlen, sähe es schlecht aus für die SPD. Mit seinem Plan hat Schröder offenbar mehr Wähler vergrault als an sich gebunden. Laut einer Forsa-Umfrage sind die Sozialdemokraten in der Wählergunst auf dem tiefsten Stand seit zehn Monaten. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden nur noch 26 Prozent der Deutschen die SPD wählen.

Einer der größten Profiteure, der vorgezogenen Wahl wäre dagegen das neue Linksbündnis. Nach dem Zusammenschluss von PDS und WASG zur "Demokratische Linke/PDS", würde das neue Parteienbündnis auf neun Prozent kommen und wäre somit drittstärkste Partei.

Absolute Mehrheit für die CDU

Auch für die CDU stehen die Vorzeichen gut. Die Christdemokraten können der Umfrage zufolge bei der Bundestagswahl weiterhin mit einer absoluten Mehrheit rechnen. Wie in der Vorwoche würden derzeit 49 Prozent der Wähler für die Union stimmen. Auf wenig Gegenliebe bei den Wähler stößt dagegen die von CDU-Politikern geplante Anhebung des Rentenalters. Der Vorstoß stieß nicht nur bei Sozialexperten aus SPD und CSU auf strikte Ablehnung. 74 Prozent der Befragten sprachen sich gegen den Vorschlag aus, ab 2011 erst im Alter von 67 Jahren in Rente zu gehen.

Ein ähnlicher Vorschlag war auch aus den Reihen der FDP gekommen. In ihrem Wahlprogramm fordern die Liberalen die Abschaffung des gesetzlichen Renteneintrittsalters von derzeit 65 Jahren. Um die volle Rente zu erhalten, sollten Arbeitnehmer künftig 45 Jahre gearbeitet haben. Der unpopuläre Vorschlag macht sich offensichtlich auch in der Wählergunst bemerkbar. Lediglich sechs Prozent würden derzeit der FDP ihre Stimme geben, das wäre ein Prozent weniger als noch in der Vorwoche.

Wähler sind noch unentschieden

Im grünen Lager hat sich dagegen wenig verändert. Die Grünen kämen weiterhin auf sieben Prozent. Zusammen mit der SPD würden sie bei 33 Prozent liegen - und damit ganze 22 Prozentpunkte hinter Union und FDP.

Noch ist jedoch nichts entschieden. Nach einer weiteren Umfrage für sind sich zwar 71 Prozent der deutschen Bundesbürger sicher, dass sie bei der kommenden Bundestagswahl wählen werden. Doch die Mehrheit von 64 Prozent weiß noch nicht, für welche Partei sie ihre Stimme abgeben werde.