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Vor Treffen mit Merkel Greta Thunberg: "Wir haben zwei Jahre durch politische Untätigkeit verloren"

Sehen Sie im Video: Die Klimaaktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer auf dem Weg zu Kanzlerin Merkel.


Hinter der Corona-Maske kaum zu erkennen: Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich am Donnerstag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Die Schwedin und ihre Mitstreiter von "Fridays For Future" wollten der Regierungschefin eine Petition übergeben mit der Forderung, die EU solle alle Investitionen in fossile Brennstoffe stoppen. Thunberg hatte zuvor Politiker in Europa für ihr Untätigkeit beim Klimaschutz kritisiert. Es würde viel geredet aber wenig getan. Seit ihrem ersten "Schulstreik fürs Klima" seien bereits zwei Jahre verschwendet worden. Die Petition war von 125.000 Menschen unterschrieben worden, darunter Schauspieler Leonardo DiCaprio und Sängerin Billie Eilish.
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Am Donnerstag empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel mehrere Klimaaktivisten – darunter Luisa Neubauer und Greta Thunberg. In einem Meinungsbeitrag haben die Aktivisten die Politik nun noch einmal deutlich kritisiert. 

Es ist der 20. August 2018, als ein junges Mädchen allein vor dem schwedischen Parlament sitzt. In ihren Händen hält sie ein Plakat: "Schulstreik fürs Klima", ist darauf auf Schwedisch zu lesen. Zwei Jahre später ist aus dem einsamen Protest eine internationale Bewegung geworden – und das Mädchen weltberühmt.

Mehr noch: Greta Thunberg ist zur Stimme der Klimaaktivisten geworden. Ihr Wort hat Gewicht. Am Donnerstag trifft sie mit einigen anderen Klimaaktivisten die Bundeskanzlerin zu einem Meinungsaustausch im Kanzleramt. Vor ihrem Treffen haben Thunberg und ihre Mitstreiterinnen nun Deutschland und Europa zu mehr Einsatz gegen die drohende Klimakatastrophe aufgerufen.

Greta Thunberg: In zwei Jahren sei nichts passiert

"Nach zwei Jahren der Schulstreiks befindet sich die Welt noch immer in einem Zustand des Leugnens der Klimakrise", schrieben die 17-jährige Schwedin, die führende deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer und die beiden Belgierinnen Anuna de Wever und Adélaïde Charliér in einem am Mittwoch veröffentlichten Meinungsbeitrag in der britischen Tageszeitung "The Guardian". "Wir können so viele Treffen haben, wie wir wollen, aber der Wille zum Wandel ist nirgends in Sicht."

Trotz etlicher Naturkatastrophen habe man immer noch nicht begonnen, die Klima- und Umweltkrise als solche zu behandeln, monierten die Aktivistinnen. Der Abstand zwischen dem, was getan werden müsse, und dem, was tatsächlich getan werde, vergrößere sich unentwegt. "Tatsächlich haben wir zwei weitere Jahre durch politische Untätigkeit verloren."

Deutschland hat derzeit die turnusmäßige EU-Ratspräsidentschaft inne. Gerade vor diesem Hintergrund müsse Merkel sich dem Klimanotfall stellen, hieß es in dem Beitrag weiter. "Europa hat eine Verantwortung zu handeln." Dazu habe sich die EU im Pariser Weltklimaabkommen verpflichtet. Am Donnerstag haben die Klimaaktivisten die Gelegenheit, ihre Forderung an Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich zu stellen.

rpw DPA

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