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Fraktionschefin der Grünen: Göring-Eckardt liest Hass-Kommentare - und fordert Facebook zum Eingreifen auf

Nackte Brüste löscht Facebook sofort, bei Hasstiraden auf Politiker ist man hingegen tolerant. Katrin Göring-Eckardt erhöht nun mit ihrem YouTube-Video den Druck auf das soziale Netzwerk.

Von Larissa Schwedes

Katrin Göring-Eckardt findet klare Worte gegen Hass-Kommentare.

Katrin Göring-Eckardt findet klare Worte gegen Hass-Kommentare.

"Meinungsfreiheit hat ihre Grenzen, wenn zu Gewalt gegen Personen aufgerufen oder widerliche Hetze betrieben wird“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen gegenüber dem stern. „Facebook muss endlich seiner Verantwortung gerecht werden. Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass ein solcher Dreck nicht mehr auf den Seiten steht.“

In einer Videobotschaft hatte Göring-Eckardt am Freitagmorgen die schlimmsten Hass-Kommentare von ihrer Facebook-Seite vorgelesen, um ein Zeichen gegen die Hetze auf Politiker und sozial engagierte Menschen zu setzen. Im Netz hat das Video viel Wirbel ausgelöst. Unter dem Hashtag #nohatespeech sammeln sich auf Twitter vor allem Unterstützer:

Doch wie so oft ist das Internet uneins, es gibt auch Gegenstimmen:

Der ungewöhnliche Aufruf der Politikerin richtet sich an die Wutbürger, aber auch direkt an Facebook. Hass-Kommentare müssten gelöscht werden, so Göring-Eckardt. Auch Kanzlerin Merkel hat sich bereits für eine solche Praxis ausgesprochen. Am kommenden Montag wird ein Treffen zwischen Bundesjustizminister Heiko Maas und den Verantwortlichen im Hause Facebook stattfinden, um Lösungen zu finden.


Göring-Eckardt hat schon ganz konkrete Forderungen: "Facebook muss Leute in Deutschland einstellen, die Posts auf Gewaltaufrufe kontrollieren und die Plattform von widerlichen Hass-Kommentaren frei machen. Google hat ein eigenes Gremium hierzulande eingerichtet, das im Notfall löscht. Ein solches Löschgremium braucht auch Facebook.“

Dass mit Löschung allein der Hass nicht bekämpft wäre, wird ebenfalls auf Twitter zu bedenken gegeben.

Göring-Eckardt lässt sich jedenfalls nicht einschüchtern: „Euer Dreck spornt mich an“, so ihre klare Botschaft an die Hasser und Pöbler der Nation.