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Flug von Genf nach Paris Nach Kampf im Cockpit: Zwei Air-France-Piloten suspendiert

Ein Airbus A318 der Air France
Im Cockpit eines Air-France-Fluges haben sich zwei Piloten gezofft – beide sind nun suspendiert (Archivfoto)
© ERIC PIERMONT / AFP
Auf einem Flug einer Air-France-Maschine wurde ein Streit unter den zwei Piloten hitzig. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Beide wurden nun suspendiert. Der Fall kommt zu einer ungünstigen Zeit ans Licht.

Piloten müssen im Cockpit eines Flugzeuges eng miteinander zusammenarbeiten. Immerhin haben beide eine große Verantwortung – besonders wenn sich Passagiere an Bord befinden. Streitereien zwischen Pilot:innen und Copilot:innen sind da unangebracht.

Das scheinen zwei Piloten an Bord eines Fluges der Air France vergessen zu haben: Bereits im Juni dieses Jahres kam es kurz nach dem Start des Fluges von Genf in Richtung Paris zu Streitereien zwischen den beiden Besatzungsmitgliedern, wie die Schweizer Zeitung "La Tribune" berichtete. Beide hätten sich dann an ihren Kragen gepackt, nachdem einer der beiden Piloten den anderen geschlagen habe.

Die Kabinenbesatzung griff laut dem Bericht ein; ein Besatzungsmitglied verbrachte den Rest des Fluges im Cockpit bei den beiden Streithähnen.

Flug von Air France nach Kampf sicher gelandet

Die Handgreiflichkeiten haben aber Konsequenzen: Beide Piloten wurden suspendiert, wie Air France nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mitteilte. Der Flug sei fortgesetzt und sicher gelandet worden. Der Streit habe den Rest des Fluges nicht beeinträchtigt, sagte der Sprecher.

Die Veröffentlichung des Cockpit-Kampfs kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Andere Berichte über die Airline, seine Flugzeuge und Pilot:innen sorgen derzeit für Diskussionen rund um die Sicherheit bei der französischen Airline.

Am Mittwoch veröffentlichte die französische Luftuntersuchungsbehörde BEA Ergebnisse einer Untersuchung, in der es heißt, dass einige Piloten von Air France die Verfahren bei Sicherheitsvorfällen nicht streng einhalten.

Als Beispiel nennt der Bericht ein Treibstoffleck auf einem Air-France-Flug von Brazzaville in der Republik Kongo nach Paris im Dezember 2020. Die Piloten hätten das Flugzeug zwar umgeleitet, aber nicht so schnell wie möglich die Stromversorgung des Triebwerks unterbrochen oder gelandet, wie es das Verfahren erfordere. Das Flugzeug landete sicher im Tschad, aber die BEA warnte davor, dass das Triebwerk hätte Feuer fangen können.

Air France kündigt Sicherheitsinspektionen an

Zudem erwähnt der Untersuchungsbericht drei ähnliche Fälle zwischen 2017 und 2022 und sagt, dass einige Piloten auf der Grundlage ihrer eigenen Analyse der Situation anstelle von Sicherheitsprotokollen handelten.

Die BEA untersuche zudem einen Vorfall im April, bei dem ein Air-France-Flug aus New York beim Anflug auf Paris Probleme mit der Flugsteuerung hatte.

Air France kündigte Sicherheitsinspektionen an. Die Fluggesellschaft verpflichte sich, den Empfehlungen der BEA zu folgen. Die Airline betonte aber, dass sie täglich Tausende von Flügen durchführe und der Bericht nur vier Sicherheitsvorfälle erwähne.

Die Gewerkschaft der Pilot:innen von Air France teilte mit, dass die Sicherheit für alle Pilot:innen von größter Bedeutung ist, und verteidigte die Maßnahmen der Pilot:innen in Notsituationen.

Quelle: Nachrichtenagentur AP

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