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Im "Heute journal" "Das tut weh": So will Konzernchef Lutz das Bahnchaos in den Griff kriegen

Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz
Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz nahm im ZDF Stellung zu den großen Problemen des Konzerns
© Arne Dedert / DPA
Die Probleme der Deutschen Bahn sind immens, vor allem in Sachen Pünktlichkeit. Bahnchef Richard Lutz versprach jetzt Verbesserungen. Er will die Hauptursache für die Unzuverlässigkeit ausgemacht haben.

Überfüllte oder kaputte Züge, Verspätungen, Ausfälle im Güterverkehr, ein gigantischer Schuldenberg – die Deutsche Bahn steckt in der Krise. Wieder einmal. Oder immer noch. Am Montagabend stellte sich Konzernchef Richard Lutz im ZDF-"Heute journal" den Fragen von Moderator Christian Sievers – und gab ein Versprechen ab: "Wir werden besser", so der Manager. Er selbst stelle bei seinen Bahnfahrten ebenfalls viele Mängel mit, räumte Lutz ein. "Mit Qualität und Zuverlässigkeit stimmt im Moment nicht alles. (...) Das tut weh."

Deutsche Bahn immer unpünktlicher

Der plakativster Indikator: Die Pünktlichkeitsquote beim ewigen Sorgenkind Fernverkehr. Sie lag zuletzt bei nur noch 58 Prozent – ein Negativrekord. Pünktlich gelten Züge nach Bahnlogik, wenn sie maximal 5 Minuten zu spät sind. Ausgefallene Züge werden nicht als unpünktlich gezählt.

Die Ursache für die Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn will Lutz ausgemacht haben, sie sei nicht ein Personalmangel. "Es liegt daran, dass immer mehr Verkehr auf einer ohnehin schon knappen Infrastruktur, die durch Baustellen zusätzlich eingeschränkt wird, unterwegs ist und dadurch Engpässe, Staus und dadurch auch Verspätungen entstehen."

Sind es also Planungsfehler? Warum werden Auswirkungen von Baustellen nicht in die Fahrpläne eingearbeitet? Das ließ Lutz offen. Er sprach von strukturellen Fehlern: "Zur Wahrheit gehört sicherlich, dass über Jahre und Jahrzehnte die deutsche Schieneninfrastruktur unterdimensioniert und auch unterfinanziert war."

Wann gibt es Verbesserungen?

Lutz habe jedoch in jüngster Zeit eine Trendwende festgestellt – hin zu mehr Investitionen ins deutsche Schienennetz. "Um das Bauen kommen wir nicht herum", so der Bahnchef. Er kündigte an, dass es bei der Koordinierung der Baustellen (zeitweise mehr als 800 am Tag) Verbesserungen geben werde. "Wir müssen das Bauen effizienter effektiver organisieren."

Bauarbeiten sollen zum Beispiel gebündelt oder verschoben werden – etwas, das Bahnexpertinnen und -experten schon lange fordern. Dazu sollen die Investitionen in die Instandhaltung deutlich erhöht werden. Das Schienennetz solle so von einem "Problemfall" zu einem "Stabilitätsanker" werden, so Lutz. 

Spürbare Verbesserungen für die Kundinnen und Kunden des Staatskonzerns erwartet der Bahnchef in den "nächsten Wochen und Monaten".

Quellen: ZDF-"Heute journal", Pünktlichkeitswerte Deutsche Bahn


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