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Bahn: Bei Verspätung Geld zurück

Fahrgäste der Deutschen Bahn sollen bei Zugverspätungen ab einer Stunde ein Viertel des Fahrpreises erstattet bekommen. Darauf verständigten sich am Freitag Rechtspolitiker der Koalitionfraktionen.

Die Eckpunkte sollen noch vor der für Ende 2009 in Kraft tretenden EU-Regelung wirksam werden. Danach sollen unter anderem ab 60 Minuten Verspätung 25 und ab zwei Stunden 50 Prozent Fahrpreises zurückverlangt werden können. Der Kunde soll das Recht auf Barauszahlung haben. Bisher gibt es nur Gutscheine.

Auf Kosten der Bahn mit einem Taxi zum Ziel

Wie die CDU-Abgeordneten Peter Bleser und Julia Klöckner mitteilten, einigten sich die Verbraucherpolitiker der Koalitionsfraktionen mit Verbraucherminister Horst Seehofer und Justizministerin Brigitte Zypries auf gemeinsame Eckpunkte. "Leider waren die SPD-Kollegen nicht bereit, den Fahrgästen schon ab 30 Minuten eine Entschädigung für Verspätungen zukommen zu lassen", erklärten die Unionspolitiker. Immerhin seien aber andere Verbesserungen der Fahrgastrechte beschlossen worden.

So könne der Fahrgast bei einer absehbaren Verspätung von mehr als 60 Minuten "von der Fahrt absehen und eine Rückerstattung des gesamten Fahrpreises fordern. Falls eine Übernachtung erforderlich ist, muss eine Hotelunterkunft angeboten werden". Bei Bahncards und anderen Zeitkarten würden die Unternehmen verpflichtet, in ihren Beförderungsbedingungen eine angemessene Entschädigung vorzusehen, wenn der Fahrgast wiederholt Verspätungen erleide.

Bei einer Verspätung im Nahverkehr von mehr als 20 Minuten könne der Kunde auf ein anderes beliebiges Schienenverkehrsmittel umsteigen, also auch schnellere Fernverkehrszüge nutzen. Wenn der Regionalzug nachts mehr als eine Stunde auf sich warten lasse, könnten sich die Kunden auf Kosten der Bahn von einem Taxi zum Ziel fahren lassen.

Für eine bessere Kundenkommunikation solle die Deutsche Bahn die Kontaktdaten ihrer Beschwerdestelle auf die Fahrkarten drucken lassen und dem Verbraucher somit leicht zugänglich machen. "Auf Drängen der Union" werde eine neutrale Schlichtungsstelle geschaffen, deren Sprüche für die Beteiligten bindend seien. Daran sollten sich auch die Fluggesellschaften beteiligen.

AP/Reuters

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