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Arbeitskampf während der Herbstferien: Eurowings-Flugbegleiter kündigen Streiks ab Montag an

Der Tarifkonflikt mit dem Kabinenpersonal bei der Lufthansa-Tochter Eurowings in Deutschland eskaliert: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo kündigte ab der kommenden Woche Arbeitsniederlegungen an.

Airbus A320 der Eurowings

Ein Airbus A320 der Eurowings am Boden: Dieser Maschinentyp wird auf innerdeutschen und Europastrecken eingesetzt.

Kunden der Lufthansa-Billigtochter Eurowings müssen sich ab nächster Woche auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat in dem langwierigen Tarifkonflikt Streiks ab Montag angekündigt. In den dann folgenden zwei Wochen könne es "jederzeit" Arbeitskämpfe geben, sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies am Donnerstag. Eurowings reagierte "mit Unverständnis" auf den Streikaufruf und zeigte sich weiterhin verhandlungsbereit. 

Ufo machte für die Eskalation des Tarifkonflikts die Eurowings-Geschäftsführung verantwortlich. Diese habe zunächst den Vorschlag gemacht, ohne Streiks in eine Schlichtung zu gehen. Am Mittwochabend habe sie diesen Vorschlag aber "vom Tisch" genommen. Die Gewerkschaft erklärte die Gespräche daher für "endgültig gescheitert".

Lange schwelender Tarifkonflikt

Ufo hatte Ende September die Verhandlungen mit Eurowings abgebrochen und bereits damals Zweifel angemeldet, dass die Airline den Forderungen zur Verbesserung der Arbeits- und Vergütungsbedingungen entsprechen wird. Bis heute habe es "kein verbessertes Angebot" gegeben, sagte Baublies am Donnerstag. 

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft schloss unbefristete Streiks nicht aus, sollte sich weiterhin keine Lösung abzeichnen. Eine entsprechende Befragung der Ufo-Mitglieder werde vorbereitet. Zu Weihnachten soll es allerdings keine Arbeitskampfmaßnahmen geben.

Eurowings möchte das Problem am Verhandlungstisch lösen

Ein Eurowings-Sprecher sagte am Donnerstag in Köln, es werde versucht, die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich zu halten. Das Unternehmen stehe "jederzeit für Gespräche bereit". "Alle Beteiligten wissen, dass der Tarifkonflikt nicht über Arbeitskämpfe, sondern nur am Verhandlungstisch gelöst werden kann." 

In der kommenden Woche will Eurowings zunächst die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi für das Kabinenpersonal fortsetzen. Auch Verdi hatte im September das Kabinenpersonal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, acht Flüge fielen damals aus. Verdi und Ufo ziehen im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen für die Flugbegleiter bislang nicht an einem Strang. Der Eurowings-Sprecher betonte, Ziel seien einheitliche Regelungen mit beiden Gewerkschaften.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat der Eurowings-Spitze nach eigenen Angaben ein konkretes Forderungspaket für ihre Mitarbeiter überbracht. Es gehe darin um die Sicherheit der Arbeitsplätze, um eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge und um die Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg des Konzerns. All dies führe aber "bestenfalls zum Anschluss der Eurowings-Mitarbeiter an die restlichen Mitarbeiter in den Flugbetrieben der Lufthansa", betonte Baublies.

Tipps für Eurowings-Kunden

Noch ist unklar, welche Flüge betroffen sein werden. Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Bei langen Ausständen muss die Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung organisieren, zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen.


tib/AFP

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