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Sommer an der Nordsee: Oh wie schön ist Langeoog

Am Strand einen Blick in die Unendlichkeit werfen und dann wandern, Golf spielen oder radeln: Romantiker, Familien und Sportler sind auf dieser Insel richtig.

Von Hannah Glaser

Wasserturm auf Langeoog

Das Wahrzeichen der Nordseeinsel Langeoog: der Wasserturm

Besucher, die noch nie auf Langeoog waren, schickt der Bürgermeister Uwe Garrels gern an die Westküste der Insel mit ihren Infinity-Sandbänken und dem weiten Horizont. Vor seiner Wahl war er 20 Jahre lang Wattführer: „Nirgendwo sonst gibt es diesen hohen Himmel, diese gewaltige Leere, diese gefühlte Unendlichkeit. Man fühlt sich winzig, und doch geht einem das Herz auf.“

Fähre "Langeoog III"

Von Bensersiel nach Langeoog kommt man per Fähre

Sand und Seeluft hat Langeoog im Übermaß und oft auch die Sonne dazu. Wenn in Nordrhein-Westfalen die Ferien beginnen, sind die ungefähr 10.000 Gästebetten auf der Insel ausgebucht, und in den Gassen des Städtchens am Fuß des Wasserturms herrscht ein solches Gedränge, dass sogar Radfahren verboten ist. Autos sind ohnehin tabu.

Überall ist dann Hochbetrieb, in der Werkstatt des Strandmeisters Jan Heinbockel, der für die 1500 Strandkörbe zuständig ist, ebenso wie bei den Saisonarbeitern, die zum Sonnenaufgang den Flugsand von den hölzernen Gehwegen kehren. Auf dem Golfplatz beim Inselflughafen werden die Löcher der Kaninchenbauten mit ausgestanzten Rasenstücken geflickt. Allein die schottischen Highland-Rinder des Inselbauern Heiko Arends stehen stoisch auf der einzigen Inselwiese und glotzen dem Bähnchen hinterher, das immer neue Gäste von der Fähre ins Dorf bringt. Ihr köstliches Fleisch kommt im Slow-Food-Restaurant „Seekrug“ auf den Tisch, von Küchenchef Michael Recktenwald mit Butter aus Rosenblüten und Wildblumen garniert.

Der zweite kulinarische Hit wird im Osten serviert, ein Hausrezept, das Kultstatus hat. Irgendwann wandert oder radelt jeder Gast die acht Kilometer durch Salzwiesen und Dünen zum roten Backsteinbau der „Meierei“, wo Dagmar Falke die legendäre Dickmilch mit Sanddornsaft kredenzt. Wunderschön ist das Ostende der Insel, noch hinter der Meierei, der Osterhook, den man nur zu Fuß über einen Naturlehrpfad erwandern kann.

Inselbahn  Langeoog

Mit der bunten Inselbahn geht es auf Langeoog vom Anleger ins Dorf


Wer Sport treiben will, ist auf Langeoog ohnehin richtig: Es gibt Angebote für Fitness, Yoga, Zumba, Surfen, Reiten, Kiten, meist gratis. Im Sommer 2018 soll das neue Sport- und Erlebniszentrum eröffnen mit Kletterhalle zum Bouldern und einer neuen Adventure-Golf-Anlage. Neu sind die vier therapeutischen Thalasso-Routen der Kurverwaltung – mal geht es am Wassersaum entlang, meist aber durch ein duftendes Spalier mannshoher Heckenrosen, die fast alle Wege auf der Insel in Märchenpfade verwandeln.


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