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Covid-19-Risikogebiete: Mecklenburg-Vorpommern weist Urlauber aus Gütersloh und anderen Corona-Hotspots aus

In Mecklenburg-Vorpommern wurden die ersten Urlauber aus Corona-Hotspots des Bundeslandes verwiesen. Es traf unter anderem ein Paar aus Gütersloh. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnt vor Stigmatisierung.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

In Mecklenburg-Vorpommern wurden am Montag die ersten Urlauber aus Corona-Risikogebieten aus dem Bundesland ausgewiesen. Wie der Landkreis Vorpommern-Greifswald in einer Pressemeldung mitteilte, war unter anderem ein Ehepaar aus Gütersloh zur Abreise aufgefordert worden. Die beiden wollten in Heringsdorf auf der Insel Usedom Urlaub machen. Der Vermieter prüfte jedoch laut Kreisangaben ihre Herkunft.

Da das Paar aus einem Risikogebiet stammte, hätte er - der Mitteilung zufolge "völlig korrekt" - die Aufnahme verweigert und sich an die Ordnungsbehörde der Gemeinde gewandt. "Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes konnte die Urlauber nachvollziehbar darüber aufklären, dass sie gegen Auflagen verstoßen", heißt es weiter. Nun muss sich das betroffene Paar nach seiner Heimfahrt bei den Behörden melden, um die Abreise nachzuweisen. 

Mecklenburg-Vorpommern verbietet Gästen aus Corona-Hotspots die Einreise

"Das für alle Beteiligten unangenehme Unterfangen hat aber gezeigt, dass Vermieter und Hoteliers aufmerksam sind sowie die für solche Fälle vorgesehenen Meldeketten funktionieren", wird Kreissprecher Achim Froitzheim zitiert. Es seien mittlerweile weitere Personen aus sogenannten Corona-Hotspots gemeldet und zur Abreise aufgefordert worden, laut Informationen der Deutschen Presseagentur 14 Personen. Zwar freue sich die ganze Region über den Saisonbeginn, jedoch stehe die Gesundheit der eigenen Bürger wie auch die der weiteren Gäste an erster Stelle. 

Gemäß der entsprechenden Verordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern dürfen keine Personen aus Risikogebieten einreisen. Wortlaut: "Corona-Hotspots (Risikogebiete) sind Landkreise oder kreisfreie Städte in denen die Infektionszahlen die Grenze von 50 Infizierten je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten haben." Ausnahmen gibt es nur, wenn die Betroffenen ein ärztliches Unbedenklichkeitszeugnis vorlegen können. 

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Laschet: Gütersloher nicht stigmatisieren

Im Landkreis Gütersloh betrug die Rate am Dienstag jedoch nach einem Massenausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies mit 257 Infizierten das Fünffache des Grenzwerts (Infos zu allen Landkreisen finden Sie hier). Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet gab aufgrund der jüngsten Entwicklungen am Dienstag den neuerlichen Lockdown für den gesamten Landkreis bekannt. Er warnte aber gleichzeitig vor einer Stigmatisierung der Gütersloher, diese dürften nun nicht unter "Pauschalverdacht" gestellt werden. 

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. 2019 wurde mit 34 Millionen Übernachtungen ein Rekordjahr verzeichnet. Auch 2020 wird die Zahl voraussichtlich sehr hoch ausfallen, da wegen der Corona-Pandemie viele Deutsche Urlaub im eigenen Land machen dürften.

Quellen: Landkreis Vorpommern-Greifswald, MV-LandesverordnungNDR 

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