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Ostsee-Tipps von Geo Saison: Strände, Wälder, sanftes Meer

Selbst die Wellen gehen hier entspannt an Land: Die Ostseeküste zwischen Lübeck und Usedom beglückt mit Stränden, Reetdachkaten und urigen Wäldern - eine Liebeserklärung an die Ostsee.

Von Martina Wimmer

Wir haben eine Weile nebeneinanderher gelebt. Für gebürtige Bayerinnen liegt das Meer gewohnheitsbedingt im Süden. Als es mich dann vor rund zwanzig Jahren nach Berlin verschlug, war den meisten meiner neuen Freunde dort der Gedanke noch seltsam fremd, dass man unbeschwert durch Gesamtdeutschland an die Ostsee fahren konnte. Man musste erst einmal begreifen, dass es da oben plötzlich 1700 Kilometer neu zu erkundende Küste gab (wenn man den Saum von Haff und Bodden mitzählt). Brandung in epischer Breite, nicht auf ein fernes Eck im Nordwesten beschränkt.

Einer meiner ersten Ausflüge nahm den direktesten Weg nach Norden, Berlin-Usedom, 250 Kilometer. Die Schönwetterinsel, kein Ort in ganz Deutschland bekommt mehr Sonnenstunden geschenkt. Und kaum einer bietet den Strahlen so schön herausgeputzte Gebäude zur Reflektion. Da können die Gäste auf den Promenaden von Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin so viel promenieren, wie sie wollen, die wahrhaft eitlen Poser stehen steinern an ihrem Weg. Oft über hundertjährige Strandvillen, wie von einem ehrgeizigen Kulissenbauer gesetzt, detailverliebt verziert und verzärtelt - oscarverdächtig das Gesamtarrangement mit weißem Strand, blauem Himmel, glitzernder See.

Zwischen Strandvillen und Strandkörben

"Kaiserbäder" nennen sich die Hauptorte im Süden der Insel folgerichtig, in Heringsdorf hat schon Wilhelm II. seine Sommerfrische verbracht. Tout Berlin, Adel, Kulturvolk und Großbürgertum gingen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in der Ostsee baden. Johann Strauss, Lyonel Feininger, Kurt Tucholsky, Maxim Gorki, Heinrich Mann … 1898 wurde die Seebrücke zu Ahlbeck eröffnet, 280 Meter weit führt sie heute vom Ufer weg; und im Flimmern der Fernsicht auf die Fassaden lässt sich die berühmte Vergangenheit leicht dazu fantasieren: Damen in wallenden Röcken, mit zarten Sonnenschirmen bewehrt, Männer in leichten Anzügen und strohbehütet, Badekarren zum Umkleiden am Strand.

Das Restaurant auf der Brücke, weiß lackiertes Wahrzeichen mit vier grünen Türmchen, ist Reminiszenz und Realitätslieferant zugleich. An seinen Tischen speist die Klientel der Gegenwart: ältere Herrschaften in Wind- und Wetterfunktionskleidung, Familien beim Feriennahkampf. Mondän-Sein sieht anders aus, darüber können auch Boutiquen und die Hotelsterne an den größeren Strandvillen nicht hinwegtäuschen. Dafür plätschert am weißen Strand rechts und links der Brücke das Leben etwas ausgelassener als einst dahin. Es weht eine leichte Brise, ehrgeizige Väter jagen Drachen in die Luft, die größer sind als ihre Kinder. Der Nachwuchs steht daneben und wartet vergebens darauf, die Schnur auch mal halten zu dürfen. Aber es gibt genug Sand, um Geschwister damit zu bewerfen. Müde Mütter heben die Köpfe aus den Tiefen ihrer Strandkörbe, um ein paar tadelnde Worte in den Wind zu sprechen.

Sterne-Küche statt Corned Beef

Bei meinem ersten Besuch, vor fünfzehn Jahren, bin ich ein paar Kilometer weiter nördlich in Zinnowitz gelandet, genauso weiß lackiert wie in den anderen Bädern sieht es dort heute aus, und die Allgegenwart von Milchschaumcafés und Meereskitsch kann einem die Schönheit der Seebäder auch manchmal verleiden. Ironie der Geschichte fast, dass ich damals auf der Suche nach einem Schreibtisch mit Meerblick, an dem ich mein erstes Buch vollenden wollte, mit stilbewusster Arroganz ein Zimmer wählte in einem der wenigen Häuser, die schon von Investoren aufgemöbelt worden waren. Auch über die Küche des Promenadencafés habe ich mich naserümpfend amüsiert. Toast Hawaii wurde dort mit Corned Beef statt Kochschinken serviert.

Kaum ein Landstrich in Deutschland hat sich seit der Wende so rasant verändert. Früher kurten hier Arbeiter mit Staublungen, ein Urlaubsquartier gab es nur gegen streng rationierte Ferienschecks vom FDGB, die Zeltplätze waren überfüllt und Monate im Voraus ausgebucht. Heute findet man Sterne-Küche auf Rügen, Luxushotellerie in Heiligendamm, aus alten Backsteinhöfen werden Wohnlofts, die Campingplätze nennen sich Ferienpark, der Tourismus wächst so schnell wie in keinem Anderen Bundesland. Wie mag es den Menschen, die an der Küste wohnen, bei all den Zeitreisen und Wendungen den Kopf verdrehen?

Die andere Seite der Ostsee: der Bodden

Eine mögliche Antwort findet, wer dem Meer den Rücken kehrt. Wer auf Usedom etwa Richtung Lieper Winkel fährt, wo wilde Kurven und moderate Hügel immer wieder weite Einblicke in eine Landschaft gewähren, die einem das Herz ganz zart zerspringen lässt. Winzige Dörfer ducken sich weg im sanften Schwung des Bodens, als wollten sie sich verstecken vor den Menschenmengen, die in den Kaiserbädern flanieren. Nähert sich ein Wagen auf den Kopfsteinpflasterstraßen, ist er von ferne zu hören. Ein alter Bauer steht an der Straße, hebt langsam den Kopf. Über manchen Wegen schließt sich das Blattwerk der Alleebäume zu einem grünen Dach, ein Verkehrsschild warnt vor querenden Ottern.

Das versteckte Hinterland ist eine wundersame Spezialität dieser zerrissenen und zerrupften Küste, wo Boddengewässer wild geformtes Land von fast allen Seiten berühren, wo der forsche Weitblick Richtung Horizont sich bescheiden muss und das Rauschen der Wellen verstummt. Man kann es immer noch riechen, das nahe Meer, und umso lauter die Vögel singen hören. Und sich wünschen, dass es die seltenen sind, die dort wohnen und absonderliche Namen tragen: Bekassine, Gänsesäger, Grünlaubsänger, Seeregenpfeifer, Kampfläufer … Das ist die andere Seite der Ostsee.

Die Lieblingsadressen von Martina Wimmer

"Sobald ich den Leuchtturm von Hiddensee sehe", sagt die Autorin, "bekomme ich dieses typische Feriengefühl." Hier ihre Stil-Ikonen, die für sie die Ostsee erst zur Ostsee machen:

Leuchtturm auf Hiddensee: "Und des Leuchtturms Strahlen / segnen eine freundliche Gesundheit", dichtete einst Joachim Ringelnatz über das weiße Inselwahrzeichen, das seit 1888 auf dem Dornbuschhügel im Norden blinkt. Wer die 102 Stufen hinaufklettert, sieht von oben bis nach Rügen und Stralsund. Für einen Tagesausflug von Rügen aus nimmt man z. B. die Fähre ab Schaprode (ca. 30 Min).

Seebrücke Ahlbeck:

Am schönsten ist es natürlich auf dem Sonnendeck, aber ein Fensterplatz bei Wind, Wetter, Hering und Bratkartoffeln lässt einen auch gern das sehr ambitionierte Schiffsambiente des Innenraums übersehen. Köstlicher Kuchen, leckere Fischgerichte. Tel. 038378-2 83 20, www.seebrueckeahlbeck.de

Steinbecker Hofladen:

Steinbeck ist ein winziges Dorf im Klützer Winkel, wie aus der Zeit gefallen. Im Hofladen der Familie Mann gibt es Fleisch von den eigenen, artgerecht gehaltenen Tieren und selbst angerührte Marmeladen. Der Superlativ in Kuchenform aber sind die hausgebackenen "Himmelstorten", die man im Hofcafé genießen kann. Steinbeck, Dorfstr. 10, Tel. 038825-2 33 40, www.steinbecker-hofladen.de

Ozeaneum:

Wer sein Reiseziel verstehen will, sollte für die Unterwasserwelt mindestens einen halben Tag reservieren. Weil man den tiefen Gründen der hoch spannenden Ausstellungen über Weltmeere und vor allem die Ostsee mit Zeit und Muße viel näher kommt und auf seltene Weise bereichert wird. Stralsund, Hafenstr. 11, Tel. 03831-265 06 10, www.ozeaneum.de; Kombiticket 18 Euro, Kinder 11 Euro.

Seehotel Ahlbecker Hof:

Auch wer nicht im Hotel wohnt, kann bei schönem Wetter auf der Terrasse des Restaurants "La Brasserie" direkt an der Strandpromenade essen oder Kaffee trinken. Die Vorzeigeadresse auf der Sonneninsel Usedom ist eine stilvolle Reminiszenz an die Kaiserreisezeit mit wunderbarem Blick auf Promenade, Seebrücke und das Meer. Ahlbeck, Dünenstr. 47, Tel. 038378-6 20, www.seetel-resorts.de; DZ/F ab 167 Euro.

Schlossgut gross Schwansee:

Gutsherrenart in Vollendung genießt hier auch, wer kein Zimmer gebucht hat: Spa und Restaurant stehen allen offen. Das 266 Jahre alte Herrenhaus im Klützer Winkel liegt nur 300 Meter vom Meer entfernt, durch den vornehmen Garten spaziert man zum naturbelassenen Strand. Die Zimmer im Haupthaus sind hochherrschaftlich und liebevoll eingerichtet. Groß Schwansee, Am Park 1, Tel. 038827-8 84 80, www.schwansee.de ; DZ/F ab 168 Euro.

Hotel Neptun:

Das Alleinstellungsmerkmal ist unübersehbar: 64 Meter hoch ragt das Haus mit Geschichte am Strand von Warnemünde in den Himmel. Der Blick aufs Meer ist konsequent weitergedacht. Von Sauna und Meerwasser-Pool des mehr als großzügigen Wellnessbereichs hat man freie Sicht auf die Ostsee, aus den Thalasso-Behandlungsräumen ebenso. Tipp: Für 10 Euro Aufpreis im "Café Panorama" im 19. Stock frühstücken. Warnemünde, Seestr. 19, Tel. 0381-77 70, www.hotel-neptun.de; DZ/F ab 200 Euro.

Wissenscommunity

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?