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Eigentlich war das Ziel New York: Fünf-Stunden-Flüge: von Wien nach Wien, von Frankfurt nach Frankfurt

Eigentlich sollten die Lufthansa- und die Austrian-Maschine in New York landen. Dort kamen sie aber nie an. Für Hunderte Passagiere endete die Reise nach Stunden wieder am Abflugsort.

Sowohl der Lufthansa-Airbus als auch die Austrian-Boeing drehen auf dem Weg nach New York über Irland wieder zurück.

Sowohl der Lufthansa-Airbus als auch die Austrian-Boeing drehen auf dem Weg nach New York über Irland wieder zurück.

So stellt man sich keine Flugreisen vor: Die 505 Passagiere an Bord der LH400 hoben am Samstag planmäßig gegen 11.05 Uhr von Frankfurt in Richtung New York, JFK-Flughafen ab. Dort kamen sie aber nie an. Was war passiert?

Der A380 flog nordwestlich über die Nordsee, Großbritannien und Irland. Doch über die Küste der grünen Insel kam der Airbus nicht hinaus. Auf dem Flighradar ist zu sehen, dass das Flugzeug gegen 12.15 Uhr eine Kurve fliegt und umdreht - zurück zum Ausgangspunkt.

Etwa zur gleichen Zeit befindet sich eine Boeing 767 der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines von Wien auf dem Weg zum New Yorker JFK-Flughafen. Auch hier zeigt das Radar die gleiche Flugkurve wie schon beim Lufthansa-Airbus. Die beiden Maschinen mit Hunderten Passagieren drehen um. Der Flug OS87 landet fünf Stunden nach Abflug wieder in Wien. Der Lufthansa-Flug nach etwa viereinhalb Stunden wieder in Frankfurt. Über der Nordsee dreht der Airbus zwei Runden - anscheinend musste die Crew auf eine Landegenehmigung in Frankfurt warten. 

Triebwerk Nummer 4 des Airbus A380 von Air France: Beim GP7000-Antrieb des Herstellers Engine Alliance fehlt komplett der vordere Teil.

Arktische Kälte und ein Wintersturm

Technische Fehler sind nicht der Grund für die Umkehr, sondern der heftige Schnee und Starkwind in New York, das bestätigte ein Unternehmenssprecher der Lufthansa gegenüber "Bild". Arktische Kälte und ein Wintersturm sorgten am New Yorker JFK-Flughafen für stundenlange Verspätungen und Flugausfälle, mehrere Maschinen auf Transatlantikstrecken kehrten auf halbem Weg wieder um.

Die Lufthansa-Maschine aus Frankfurt und die Boeing aus Wien mussten wegen der Auslastungsgrenze am JFK über Irland umdrehen. Zum Teil müssen Passagiere in New York stundenlang auf Rollfeldern ausharren.

Die Internetseite Flight Aware hatte am Samstag gemeldet, dass an den New Yorker Flughäfen JFK und La Guardia 20 beziehungsweise 30 Prozent der Flüge gestrichen worden seien.

In New York meldete der Wetterdienst am Samstag die niedrigsten jemals registrierten Tageshöchsttemperaturen. Der Hudson River war teilweise zugefroren. Die Behörden warnte vor Frostbeulen an nicht geschützter Haut binnen zehn Minuten. Am Mount Washington im Bundesstaat New Hampshire wurde am Samstag mit minus 37,8 Grad Celsius die zweitniedrigste Temperatur auf der Welt gemessen. In Kanada wurden für das nördliche Ontario und Québec minus 50 Grad Celsius vorhergesagt. 

Flugzeug wurde umgeleitet

Es ist nicht der einzige Zwischenfall wegen des Schneechaos: Vor wenigen Tagen musste bereits ein aus Frankfurt kommender Riesen-Airbus zum winzigen Stewart Airport in der Ortschaft Newburgh, die im Bundesstaat New York knapp 90 Kilometer nordwestlich von Manhattan liegt, umgeleitet werden. Das Problem: Der Provinzflughafen ist für ein so großes Flugzeug nicht ausgestattet.  

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dsw

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