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Blizzard in New York: Statt JFK: Airbus A380 muss auf Provinz-Airport landen

Wegen des heftigen Schneesturms mussten die wichtigsten New Yorker Flughäfen schließen. Ein aus Frankfurt kommender Riesen-Airbus wurde zum winzigen Stewart Airport umgeleitet - und stellte den Mini-Flughafen vor ungeahnte Herausforderungen.

Der Name sagt schon alles: "Bombenzyklon", so wird der Wintersturm in den USA genannt, der die Ostküste mit heftigen Schneefällen und Temperaturen von minus 29 Grad seit Tagen fest im Griff hält. 

Starke Windböen und schlechte Sichtverhältnisse führten am Donnerstag zu einer vorübergehenden Schließung der Start- und Landebahnen auf den Flughäfen JFK und La Guardia im Großraum New York. Im Anflug befindliche Maschinen mussten umgeleitet werden.

Zu den betroffenen Jets gehörte auch ein Airbus A380 von Singapore Airlines, der am Donnerstagmorgen gegen 9:38 Uhr auf dem Rhein-Main-Flughafen gestartet war. Viele der Passagiere hatten bereits eine längere Reise hinter sich. Der Flug mit dem Kürzel SQ26 startet täglich gegen Mitternacht Ortszeit in Singapur und landet nach einem gut 13-stündigen Nachtflug in Frankfurt, ehe es nach einem kurzen Stopp weiter zum JFK-Flughafen nah New York geht.

Doch am Donnerstag wurden die Piloten kurz vor der Landung in den USA informiert, dass der JFK-Airport witterungsbedingt nicht mehr angeflogen werden konnte. Erst sollte die Maschine nach Montreal umgeleitet werden, dann gab es jedoch eine Landeerlaubnis für den Stewart Airport, den kaum einer kennt. Allerdings bietet der Billigflieger Norwegian seit kurzem Nonstop-Flüge von dort unter anderem nach Dublin, Belfast, und Bergen an.

Triebwerk Nummer 4 des Airbus A380 von Air France: Beim GP7000-Antrieb des Herstellers Engine Alliance fehlt komplett der vordere Teil.


Kein Gate für 325 Passagiere

Dabei handelt es sich um Stewart International Airport bei der Ortschaft Newburgh, die im Bundesstaat New York knapp 90 Kilometer nordwestlich von Manhattan liegt. Nur 290.000 Passagiere werden dort im Jahr abgefertigt, die meisten fliegen mit der Fluggesellschaft Jet Blue zu Sonnenzielen in Florida. 


Und nun musste das größte Passagierflugzeug mitten im Schneegestöber in der Provinz landen. Nach einer längeren Flugzeit durch das Ausweichmanöver setzte das doppelstöckige Flugzeug nach acht Stunden und 47 Minuten auf der Landebahn der ehemaligen Air Force Base auf. Ein Manöver, das wegen der 3600 Meter langen Piste relativ unproblematisch war.

Als weit schwieriger erwiesen sich die Logistik am Boden und die vereisten Rollwege. Denn der Stewart-Airport gilt als nicht gerade "A380-fähig". Das heißt: Es gibt keine passenden Flugsteige, Gepäckbänder und Warteräume, die auf die Kapazität eines Flugzeuges dieser Größenordnung eingestellt sind. Für die wenigen Gates ist der Airbus einfach zu hoch und zu groß. 

Für die 325 Passagiere folgte nach der Landung eine harte Geduldsprobe. Laut einem Tweet eines Passagiers dauerte es mehr als vier Stunden, bis eine passende Treppe und Busse zum Aussteigen organisiert waren. "Die Passagiere bleiben höflich, aber sind bereit, dass Flugzeug zu verlassen und wissen darum, dass die Einreise lange dauern wird", twitterte User Manoel Gerlach. Zum Glück war der Jet nicht voll besetzt, denn im A380 von Singapore Airlines finden bis zu 471 Fluggäste Platz.

Nach Angaben von FlightAware mussten am Donnerstag 96 Flüge wegen des Schneesturms umgeleitet werden. Die Maschine gehört täglich zu den ersten, die von Europa aus in Richtung New York starten. Inklusive Freitag wurden insgesamt 4000 Flüge gestrichen. Darunter fällt auch der Rückflug von Singapore Airlines mit der Flugnummer SQ25 von New York über Frankfurt nach Singapur.

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