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Fragen und Antworten

Terroranschlag in Nizza: Wo Frankreich-Reisende Auskunft erhalten

Nach dem Anschlag am französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade von Nizza sind Frankreich-Reisende um ihre Sicherheit besorgt. Die SAIP-App des französischen Innenministeriums ist für alle Frankreich-Urlauber ein Muss. Antworten auf drängende Fragen.

SAIP-App

Die kostenlose SAIP-App des französischen Innenministeriums warnt vor akuter Terror-Gefahr sowie Klima- und Umwelt-Katastrophen in Frankreich

Frankreich steht erneut unter Schock: Ein Lastwagen ist am Donnerstagabend an der Côte d'Azur in eine Menschenmenge gerast. Präsident Hollande spricht von einem "terroristischen Charakter" der Tat. Was Reisende nach Frankreich jetzt wissen müssen.

Was rät das Auswärtige Amt in Berlin?

Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Frankreich aktualisiert. "In Nizza/Frankreich ist es am späten Abend des 14.07. zu einem schweren Anschlag gekommen. Die französischen Behörden fordern Bewohner auf, zu Hause zu bleiben", heißt es auf der Website. "Es wird dringend geraten, den Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich zur Lageentwicklung über die Medien und diese Reisehinweise informiert zu halten."

Wie wird die allgemeine Sicherheitslage eingeschätzt?

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist in Frankreich mit erhöhten Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen im Reiseverkehr zu rechnen. "Auf Bahnhöfen, Flughäfen, in Zügen und U-Bahnen gibt es verstärkte Gepäck- und Personenkontrollen", heißt es. An Eingängen von Museen kann es zu Handtaschenkontrollen kommen. Im Moment gibt es an vielen Bahnhöfen aus Sicherheitsbedenken keine Schließfächer mehr.

 Sind deutsche Vertreter in Nizza vor Ort?

"Ein Konsularteam des Generalkonsulats Marseille ist auf dem Weg nach Nizza, um vor Ort die Lage weiter aufzuklären und gegebenenfalls betroffenen Deutschen Hilfe und Beistand zu leisten", erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums. Das Krisenreaktionszentrum in Berlin, die Botschaft in Paris und das Generalkonsulat in Marseille stehen in engstem Kontakt mit den zuständigen französischen Stellen.

Wie kann ich mich über die Sicherheitslage informieren?

Das französische Innenministerium hat als Sicherheitsmaßnahme noch vor Beginn der Fußball Europameisterschaft eine App herausgegeben, die Handybesitzer vor akuter Gefahr durch Terror informiert und Verhaltensanweisungen gibt. Die SAIP-App - die Abkürzung steht für "Système d'Alerte et d'Information" - erkennt den Standort des Nutzers, um auf die Region abgestimmt Push-Warnungen zu versenden. Die kostenlose App funktioniert auch in englischer Sprache und kann im Google Play Store als auch bei iTunes runtergeladen werden.

Kann ich meinen Frankreich-Urlaub stornieren?

Nein, das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung nicht ausgesprochen. Daher können Reisen nach Frankreich, egal ob Pauschalurlaub, Städtereise oder eine Ferienhausbuchung nicht kostenlos storniert oder umgebucht. Die Angst vor dem Terror wird als Grund nicht anerkannt, um einen Reisevertrag kostenlos zu kündigen. 

Der Reiseveranstalter Tui bietet seinen Kunden gebührenfreie Umbuchungen oder Stornierungen von bereits geplanten Reisen in die südfranzösische Stadt an. Wer bis einschließlich 31. Juli einen Nizza-Trip gebucht habe, kann diese Möglichkeiten nutzen.

Wie schätzen andere Länder die Sicherheitslage ein?

„Französisch Behörden haben über das erhöhte Risiko von Terroranschlägen in Europa gesprochen“, schreibt das US-State Departement auf ihrer Website. "Wir sind uns bewusst, dass zwei US-Bürger bei dem Angriff getötet wurden", heißt es auf einer Sonderseite zu dem Terroranschlag in Nizza weiter. Eine Reisewarnung für Frankreich wird nicht ausgesprochen. Jedoch sollten US-Bürger "wachsam in der Öffentlichkeit, Wohngebieten und an touristischen Orten sein".


tib

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