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Verurteilung vor Gericht: Makabre Anzeige: Mann bot Fundsachen vom Nizza-Attentat im Internet an

Nach dem Anschlag von Nizza mit 84 Toten schaltete ein Franzose eine geschmacklose Internetanzeige. "Objekte vom Massaker des 14. Juli, Preis Verhandlungssache", hieß es darin. Ein Gericht verurteilte ihn.

Strandpromenade in Nizza

Strandpromenade in Nizza: Hier lenkte ein Attentäter einen Lkw in eine feiernde Menge, 84 Menschen starben.

Das Attentat von Nizza ist eine unfassbare Tragödie: 84 Menschen starben, als der Täter Mohamed Lahouaiej Bouhlel auf der Strandpromenade einen Lastwagen in eine feiernde Menge lenkte. Seitdem trauert das Land. Nicht jedoch ein 39-jähriger Franzose, der kurz nach der Bluttat eine makabre Kleinanzeige im Internet schaltete.

Der aus Nizza stammende Mann hatte im Internet Gegenstände angeboten, die er nach eigenen Angaben nach dem Lkw-Anschlag auf der Promenade des Anglais aufgesammelt hatte. Dafür wurde er nun bestraft: Ein Gericht verurteilte den Mann zu zehn Monaten Gefängnis.

Ring, Brille, Fahne von der Strandpromenade

"Objekte vom Massaker des 14. Juli, Preis Verhandlungssache", hieß es in der Anzeige. Drei begleitende Fotos zeigten einen Ring, eine Brille und eine Fahne. Gleichzeitig schrieb der Mann, er habe noch rund 20 weitere Fundstücke von der Strandpromenade.

Auf Internetkriminalität spezialisierte Polizeiexperten hatten die Anzeige am Montag entdeckt. Der Mann wurde von einem Gericht in Nizza wegen versuchten Betrugs verurteilt, weil er Dinge verkaufen wollte, die ihm nicht gehörten.

Waren die Sicherheitsvorkehrungen zu lasch?

Zwischen der Regierung in Paris und den Behörden von Nizza gibt es seit Tagen eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve ordnete eine interne Untersuchung der Sicherheitsmaßnahmen vor dem Anschlag von Nizza an. 

Laut einem Bericht der französischen Tageszeitung "Libération" blockierte zum Zeitpunkt der Tat lediglich ein einziges Polizeiauto die für Autofahrer gesperrte Strandpromenade. Die Zeitung berief sich auf die Auswertung von Überwachungsvideos durch die Polizei. Vertreter der Nationalpolizei seien dagegen nicht vor Ort gewesen. Diese seien schon Stunden vor dem Anschlag von ihren örtlichen Kollegen abgelöst worden.

kis / AFP